Dienstag, 24. März 2015

Rezension zu Seelenmagie 1 von Alana Falk


(Copyright: Bookshouse)



Leonora, von allen nur Lena genannt, hat nur einen einzigen Traum: An der Universität in München für ein Chemiestipendium angenommen zu werden. Sie will weg von ihrer Mutter, die sie nie verstanden hat, aber auch von den vielen schmerzenden Erinnerungen an ihre jüngst verstorbene Großmutter, liebevoll Gromi von ihr getauft. Um ihren Traum Realität werden zu lassen lernt Lena unheimlich viel, so viel, dass selbst ihre Mutter sich Sorgen um die sozialen Kontakte ihrer Tochter macht. Der einzige Freund der immer an ihrer Seite steht ist der unerschütterliche Mike. Er akzeptiert sie mit all ihren Facetten.
Als Lena eines Abends von einer Verabredung mit Mike nach Hause fährt, begegnet sie plötzlichen einem Irrlicht – oder war es doch ein Glühwürmchen? Angetrieben durch ihre Neugier folgt Lena der kleinen Gestalt in den Wald und landet schließlich auf einer Lichtung. Dort entdeckt sie eine wunderschöne Blume, die sie magisch anzieht. Versunken in den Anblick bemerkt sie nicht, dass sie nicht alleine ist. Cay, ein ihr bis dahin unbekannter attraktiver Junge, steht ihr gegenüber und entzieht sie dem Bann der Pflanze. Vom ersten Moment an wird sie von seinen Geheimnissen angezogen und in den kommenden Tagen kreisen ihre Gedanken ununterbrochen um den faszinierenden Unbekannten. Sie hat sich schon fast damit abgefunden, den unnahbaren Jungen niemals wieder zu sehen, bis er plötzlich in einem Vorbereitungsseminar für ihr ersehntes Stipendium auftaucht. Er ist der Musterstudent des leitenden Dozenten und soll den Kurs für ihn leiten. 
In den folgenden Tagen irritiert Cay sie immer wieder aufs Neue. Was hat er nur an sich, dass sie so ganz anders in seiner Nähe ist? Ständig ist Lena hin- und hergerissen zwischen der Angst sich erneut an jemanden zu binden und ihn irgendwann zu verlieren und ihren Gefühlen für Cay. Als dieser ihr dann eröffnet, dass er schon bald die Stadt verlassen muss stürzt Lena in ein Gefühlchaos, doch sie entschließt sich schließlich für ihn zu kämpfen, da er ihr in ihrer gemeinsamen Zeit unermüdlich gezeigt was er für sie empfindet.

Zunächst möchte ich etwas zu Lena sagen. Sie ist einfach großartig. Mit ihrer freundlichen, leicht schrägen und wilden Art kann man sich leicht identifizieren. Außerdem brachte die Autorin mithilfe von Lena einen interessanten Aspekt in ihr Jugendbuch ein, den ich so nicht erwartet hatte. Da wie in der Inhaltsangabe erwähnt ihre Oma kurz vor Einsetzten der Handlung gestorben ist, befand sie Lena noch im Trauerprozess. Tatsache ist, dass Trauer selbst wenn sie durchlebt wurde, nach dem ersten großen Verlust, für immer in dir haften bleibt. Man lernt damit zu umzugehen, aber vergehen wird dieser leicht sehnsuchtsvolle und verzweifelte Hauch niemals. Diesen Teil im Bewältigungsprozess finde ich ziemlich wichtig, wenn man Themen wie Tod oder Verlust anspricht und es hat mir gut gefallen, dass das nicht untergegangen ist. ( Da ging es mir genau so. Lena empfand ich als einen absolut angenehmen Charakter, in deren Kopf ich total gerne geschlüpft bin. Der Schreibstil der Autorin, der leicht und locker ist, hat das gute Bild von Lena unterstützt. Sie ist super skizziert und war für mich wirklich leicht zu fassen. Ich hab den ganzen Trauerprozess mit ihr erlebt und mit gelitten. Das alles ist super toll beschrieben.)
Einer der Nebencharaktere, der mir besonders aufgefallen ist, war Mike, ihr bester Freund. Er passt gut in das Gesamtbild des Buches. Für Lena stellt er den unerschütterlichen Fels in ihrem Leben dar und steht immer auf ihrer Seite, ganz egal wie merkwürdig alle anderen sie finden. Dabei sind die beiden aber kein Paar und gehen auch nur wie Freunde miteinander um. Was für eine Wohltat, keine Dreiecksgeschichte – das gibt bei mir schon mal einen fetten Pluspunkt. Ich find es großartig, dass mal gezeigt wird, dass Mädchen und Jungen auch einfach miteinander befreundet sein können, ohne dass einer von beiden unerwiderte Gefühle entwickelt.  (Das hat mir auch gefallen. Mike fand ich super, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich es manchmal richtig doof fand wie Lena mit ihm umgegangen ist… Sie hat so einen guten Freund in ihm, der wirklich immer zu ihm steht und dann… Naja, Lena hat Glück und Mike hält weiterhin zu ihr. Eine gelungene Abwechslung zu den meist üblichen Dreieksgeschichten)
Der andere Protagonist Cay ist während seinen ersten Auftritten im Buch sehr unnahbar und macht ständig unverständliche Andeutungen. Außerdem wirkt er stark stalkerhaft, da er Lena des Öfteren wie ein Gestörter anstarrt – mal durch ihr Fenster, mitten in der Mensa oder einfach auf der Straße. Aber dieser Eindruck verflüchtigt sich sehr schnell. Er ist kein draufgängerischer Bad Boy, der reihenweise die Frauen flach legt, sondern ein starker kluger attraktiver Junge. Natürlich mit einem kleinen Extra versteht sich; er kann beispielsweise Wunden heilen oder Kupfer in Gold verwandeln. Ich mochte seine kämpferische Art und hatte das Gefühl, dass er das Beste aus Lena herausholte. Die beiden haben sich gegenseitig gut ergänzt. Durch ihre Liebe – ich glaube so viel darf ich verraten, immerhin ist es eine Liebesgeschichte – bekam das Buch diesen Awwww-Faktor. Zum Knuddeln die beiden. (Cay, Hach, was soll man dazu sagen? Hab ich schon mal Hach gesagt? Ja, kann man nicht oft genug im Bezug auf ihn sagen :D Zuerst dachte ich: Nicht schon wieder so ein eingebildeter unnahbarer Schnössel.. Bitte nicht schon wieder und ich wurde zum Glück nicht enttäuscht. Wie auch die anderen Charaktere ist auch Cay wirklich gut ausgearbeitet, hat Ecken und Kanten und ist sehr authentisch. Ich hab total gern von ihm und Lena gelesen, zusammen sind die beiden einfach nur HACH HACH HACH :D)
Geschlagen von ihrer Vergangenheit vertraut sich Lena aber nicht sofort Cay an. Dazu bedarf es Zeit und Vertrauen, was die Entwicklung ihrer Beziehung überzeugend machte. Liebe auf den ersten Blick ist meiner Meinung nach Schwachsinn.
Der Schreibstil von Frau Falk war bildhaft und angenehm. Man kann sich problemlos mit der ersten Seite in die Geschichte fallen lassen und fühlt sich gut unterhalten.
Die Handlung, die zu Beginn noch so vor sich hinplätscherte und den Leser in das Leben von Lena einführte, steigerte sich immer mehr, durch magische Ereignisse oder unerwartete Wendungen. Ich fand alles war rundherum wirklich gut ausgestaltet und mit so vielen widersprüchlichen Hinweisen für den Leser gespickt, dass man ständig dran bleiben musste um den Durchblick zu behalten. Das hat mir gut gefallen. Eine gewisse Lockerheit bekommt die Geschichte, durch den einen oder andern Witz, viel Charme und schlagfertige Sprüche.
(Kann ich alles so unterschreiben! Hat mir sehr gut gefallen und ich warte sooo gespannt auf Band 2)
Achtung Spoiler: Leider hat mich das Ende nicht zufrieden gestellt. Mir ist bewusst, dass es sich um eine Trilogie handelt, aber trotzdem wurden die Ereignisse gegen Ende nicht mehr wirklich nachvollziehbar. Ich bekam den Eindruck, dass die Autorin ihr im Laufe des Buches aufgebautes Konstrukt komplett über den Haufen warf, um ein cliffhanger-artiges Ende zu schaffen, das mich nur die Stirn hat runzeln lassen. (Sehe ich genau so, das Ende war einfach nur abscheulich und hat für mich leider die ganze Geschichte die wirklich wunderbar und voller toller Charaktere ist in den Schatten gestellt, weil es fast alle Wahrheiten des Buches Lügen gestraft hat. Das war einfach nur grausam… hat mir gar nicht gefallen.!!!) Spoiler Ende!

FAZIT: Abzüglich des Endes hat dieses Buch also alles, was eine gute Geschichte braucht. Strake Charaktere, eine solide Handlung und einen perfekt akzentuierten Schreibstil, der spannende oder romantische Szenen dem Leser effektvoll transportieren kann. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil und verabschiede mich mit einem: Auf hoffentlich bald Frau Falk.


Fazit: Ein toller Auftakt, der nicht nur durch gut ausgearbeitete und sympathische Charaktere überzeugen kann sondern auch durch eine gut durchdachte Geschichte, die zum dranbleiben einlädt. Das Ende hat für mich leider gar nicht in die Geschichte gepasst und gehört für mich gestrichen. Trotzdem freue ich mich sehr auf Band 2 J

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