Dienstag, 20. Januar 2015

Rezension: "Zum Glück gibts die Liebe" von Felicitas Brand

(Quelle: http://www.carlsen.de/sites/default/files/styles/layer_480/public/produkt/cover/9783646600469_0.jpg?itok=mWSYJtxB)

Kurzübersicht:


Seit sie denken kann, zieht Lillian Takoda mit ihren Begleitern von Stadt zu Stadt. Sie ist dauernd auf der Flucht vor etwas. Vor was? Das versteht nicht mal Lillian genau, aber eins weiß sie sicher: ihr Leben ist gefährlich. Als sie in Summerville ankommt, darf sie zum ersten Mal eine richtige amerikanische Highschool besuchen, ihr Leben ändert sich schlagartig. Sie besucht einen Literaturkurs, findet Freunde, verliebt sich. Luca zeigt ihr was es bedeutet richtig zu Leben, ohne Angst. Lädt sie sogar zum Valentinstagball ein, endlich kann sie das sein, was sie so lange vermisst hat, ein ganz normaler Teenager. Mit Luca an ihrer Seite fühlt sie sich lebendig, kann tun und lassen was sie will. Ihre Begleiter und Beschützer sind davon jedoch nicht wirklich begeistert, denn Lillian wird unvorsichtig obwohl sie das das Leben kosten könnte. Schneller als ihr lieb ist, scheint sie ihre Herkunft einzuholen. Alles stürzt über ihr zusammen. Wird sie Luca beschützen können? Und sich selbst?

„Zum Glück gibt’s die Liebe“ war ein totaler Spontankauf. (Bei mir war es ein vollkommen ansprechender Empfehlungskauf - danke Schnee! :)) Zum Glück sind das oft die Besten. Der Klappentext war für mich ziemlich nichtssagend und so ging ich ohne große Ahnung worum es eigentlich geht in das Buch. Ich bin total gut reingekommen und liebe den Schreibstil der Autorin einfach. Dieser leicht sarkastische Unterton den jeder zweite Satz in sich trägt ist total erfrischend und macht das Buch locker, leicht und flüssig. Die Seiten sind nur so dahin geflogen und ich war in wenigen Stunden fertig mit dem Buch. (Der Schreibstil der Autorin hat mir ebenfalls gut gefallen. Sie hält sich nicht mir großen Umschreibungen der Umwelt auf, sondern legt ihren Fokus mehr auf die Charaktere. Das war ein angehemer Kontrast zu allzu blumigen Ausführungen über jeden einzelnen Grashalm. Allerdings musste ich erst mal in ihren Stil hineinfinden. Zu Beginn wusste ich nicht so richtig, was ich mit der Geschichte anfangen sollte und war eher skeptisch/neutral. Aber das hat sich nach den ersten dreißig Seiten schnell gelegt. Als ich die Personen und die Handlung mehr an Kontur gewannen steigerte sich mein Lesevergüngen analog dazu.)
Das lag wahrscheinlich auch an der tollen Protagonistin. Lillian finde ich einfach nur super. Sie steht mit beiden Beinen im Leben auch wenn sie niemals ein normales Leben führen wird können. Ihre Art mit der sie versucht trotzdem das Beste aus allem zu machen ist einfach klasse. Ihr Sarkasmus will ich unbedingt noch mal nennen, denn er ist sooooo toll. :D Auch ihre Begleiter hab ich sofort ins Herz geschlossen. Sie sind witzig, lebenslustig und gleichzeitig total ernst und wahrscheinlich die besten Beschützer die Lillian finden konnte. Durch ihre Anwesenheit bekommt die Geschichte Tiefgang wird gleichzeitig aber auch aufgelockert. (Sie war für mich ein angehem schlichter Charakter, den ich schnell ins Herz schließen konnte. Sie macht kein großes Drama um unveränderbare Sachen oder zickt nicht plötzlich rum, wegen ihrgendwelchem Teenie-Schmal-Gefühlkram. Ihre ganze Persönlichekit war rund und erfrischend bodenständig, hatte die genau richtige Mischung aus unabhängigem Kampfgeist und gelassener Weisheit.)
Luca war mir persönlich etwas zu glatt. Ich weiß nicht warum, ich fand ihn zwar super süß und hab ihn auch ins Herz geschlossen, aber irgendetwas stimmt nicht mit ihm. Wenn ich raus finde was es ist sage ich bescheid ;) (Wahrscheinlich, weil er einfach zu perfekt erscheint. Mir erging es genaus, aber spätestens nach dem lezten Satz hab ich einfach akzeptiert, dass der Typ vollkommen ist. Leider ist so was nur in Büchern möglich. Ich kann deine Frustration also sehr gut nachempfinden Schnee. Vor allem aber beeindruckte mich Lucas unerschütterliche Loyalität Lilian gengenüber. Er hat stets um sie gekämpft, doch nie seine Interessen über ihre gestellt.)Ein paar Ecken und Kanten mehr hätten seinem Charakter nicht geschadet. (Das sehe ich genau gegenteilig. Die Liebes-/Fantasyliteratur hat schon viel zu viele unnahbare Bod Boys in die Welt gesetzt, da ist eine guter Typ einfach Balsam für das weibliche Leserherz und dürfte so manchen freundlichen Kerl, der Mädchen immer anständig behandelt hat, wieder ein bissche Hoffnung geben.) Trotzdem ist er natürlich total der Sunnyboy und man muss sich zusammen mit Lillian einfach in ihn verlieben. Hach.
Alle Charaktere waren richtig gut beschrieben, ich konnte mich gleich in Lillian hineinversetzen und hab sie total gut verstanden. Und Dean erst *_* Aber das müsst ihr selber lesen. :D (Die Nebenchraktere waren der absolute Knaller. Ich hab jeden einzelnen geliebt. Bei so viel Männerauswahl in Lilians Adoptivfamilie kann man sich ja fast nicht entscheien. Dean, der "dunkle Schatten", wie er in der Geschichte beschrieben wurde, ist brilliant atmosphärisch ins Szene gestezt worden und wurde mit jeder Seite interessanter. Ein weiterer Hochkaräter war Bill, der den typische grummelige liebe Kerl gab. Ach und Steven nicht zu vergessen mit seiner Freundin und Lilians bester Freundin Mia. Die beiden habe ich druch ihre fürsorgliche Art ebenfalls schnell ins Herz geschlossen. Sie alle hatten ihern gutplatzierten Raum in der Geschichte, obwohl ich mir wünsche, dass es über sie auch noch Bücher geben wird. Da steckt einfach noch viel unausgeschöptes Material in ihnen, das ich unbedingt entdecken möchte. Also *hust* unauffälliger Apell an die Autorin *hust*.)
Der Fantasyaspekt kam mir leider wirklich zu kurz. Und zu spät. Die ganze Zeit wusste man, dass irgendetwas mit Lillian nicht stimmt, dass sie ein Geheimnis hatte. Doch es wurde nicht verraten. Erst im letzten Drittel erfährt man endlich die Wahrheit, das war mir leider etwas zu spät. Ich hätte mir davon mehr gewünscht, immerhin ist es ein wichtiger Aspekt der Protagonistin. Da habe ich mich etwas ausgeschlossen gefühlt.(Ausgeschlossen ist in meinem Fall nicht ganz das richtige Wort, aber der vorangegangene Abschnitt beschreibt meine Gedanken schon sehr gut. Die ganze Welt, in die man plötzlich gegen Ende reingeschmissen wurde, erschien mir viel zu groß, als dass sie in den paar Seiten noch ordentlich hätte abgehandelt werden können und leider kam es auch so. Wieder viel spannendes Potential, das viel zu schnell abgefertigt wurde.)
Die Geschichte an sich war mir etwas zu seicht und oberflächlich. Ich finde man hätte da viel mehr rausholen können. Zu viel Liebesgeschichte zu wenig Action. Das Ende war dann wirklich überraschend und hat alles was vorher an Action fehlte in sich. Ich hab die ganze Zeit mit Lillian mitgefiebert und dachte mir immer nur, „oh nein, dass kann doch nicht wahr sein“. Ein wirklicher Knall, der einen superschönen Abschluss bildet. (Mitgefiebert habe ich nicht wirklich, weil man in diesem Genre einfach immer weiß, dass die Geschichte ein Happy Ende hat. Was keine Kritik ist, sondern nur eine Festellung. Immerhin ein kleiner Pluspunkt verdiente jedoch eine Sache, die während des großen Showdowns passierte und mich absolut überrascht hat. Das Ende klangt dann ziemlich unspektakulär aus und leider fühlte ich mich nicht ordentlich aus der Geschichte entlasssen. Eben weil es noch so viele Fragen bezüglich des Hintergrunds gab.)

Fazit: Nach dem Buch verstehe ich nur zu gut, warum Felicitas Brandt den Valentinstagswettbewerb gewonnen hat. Ihr Schreibstil ist einfach gigantisch, leicht und sarkastisch. Total erfrischend. Ihre Charaktere muss man einfach lieben. Die Geschichte an sich könnte für meinen Geschmack aber etwas mehr Tiefgang vertragen. Alles in allem ein toller Auftakt, ich freue mich total auf Band 2 und kann es kaum noch erwarten

Fazit: Der Schreibstil von Felicitas Brandt war ganz in Ordnung, riss mich aber nicht vom Hocker. Ganz im Gegensatz zu ihren wirklich guten Chrakteren und da allen voran die Nebenchraktere, die mich generell seit so großen Büchern, wie "Die Bestimmung" oder "In sanguine veritas", nicht mehr richtig begeistern konnten, aber hier war es ausnahmslos Liebe auf die erste Szene. Da spreche ich ein großes Lob aus. Unterm Strich ein guter Start und ich wünsche mir unbedingt einen nächsten Teil! Dann wird das ganze Potential der Geschichte hoffentlich bis zum Letzten ausgeschöpft. 

Alles Liebe
Eure Rose und Eure Schnee

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