Mittwoch, 7. Januar 2015

Rezension zu "Und wieder September" von Anna Elhaus


(Quelle: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51mI%2BrKM9GL._BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-v3-big,TopRight,0,-55_SX324_SY324_PIkin4,BottomRight,1,22_AA346_SH20_OU03_.jpg)

Leni ist neunundzwanzig und glücklich mit Christian, ihrer großen Liebe verheiratet. Eines abends nachdem sie und ihr Mann in Erinnerungen an die Vergangenheit, alte Freunde und vergangene Beziehungen geschwelgt haben geht sie zu Bett und wacht in einer Welt auf, die ihr genau so fremd wie vertraut ist. In der Welt ihres einundzwanzigjährigen Ichs, welches mit ihren zwei besten Freunden Jenny und Jan in einer WG in ihrer Heimatstadt wohnt. Von Christian keine Spur. Zuerst glaubt Leni an einen Scherz, dann an einen Traum, doch schnell stellt sich raus, dass es viel mehr als ein Traum ist, nämlich die Realität. Sie steht kurz vor ihrer Abschlussprüfung zur Bürokauffrau und als wäre das nicht schon genug ist sie auch noch mit ihrem Ex-Freund Erik zusammen, der ihr acht Monate später das Herz brechen würde.
Schwere Entscheidungen sind zu treffen: Soll Leni ihre Vergangenheit verändern? Aber wird sie damit nicht auch die Zukunft ändern? Und das ist genau das Gegenteil von dem was sie will, denn sie hat ihr Ziel klar vor Augen: Christian. Bei dem Versuch alles richtig zu machen, macht Leni alles falsch was man falsch machen kann und ihre Zukunft droht aus dem Ruder zu laufen.

Ich muss gestehen, hätte ich das Buch nicht empfohlen bekommen, hätte ich das Buch nicht gelesen. Das Cover hat mir leider gar nicht zu gesagt und ich bin ein totaler Coverkäufer. (Dito. Auch wenn man das Buch manchmal auf dem Reader liest ist der erste Eindruck beim Cover wichtig.) Nun bin ich aber wirklich froh, dass ich es doch gelesen habe. Am Anfang war ich zwar immer noch etwas skeptisch und wurde nicht sofort warm mit Leni, was auch daran lag, dass sie mir aalglatt vorkam. Ich wurde nicht wirklich warm mit der neunundzwanzig Jahre alten Leni, mit der jüngeren Version, dann allerdings um so mehr. (Da stimme ich zu. Die „alte“ Leni ist aber auch einfach in einem komplett anderen Lebensabschnitt als ich und deswegen konnte ich mit ihrer Situation und ihren Einstellungen nicht so viel anfangen. Die „jüngere“ Version von ihr hingegen hat mir auch mehr zugesagt. Die macht mal Fehler, gesteht sich Schwächen ein und denkt kritisch über alles nach, was ihr passiert ist oder was sie selbst verursacht hat.) Der Schreibstil von Anna Elhaus hat mir sehr gut gefallen, er war leicht und flüssig. Ich hab nach einigen Seiten wirklich gut in das Buch gefunden. (Was den Schreibstil angeht bin ich angenehm überrascht von Anna Elhaus. Die Geschichte ist fließend geschrieben und hat mich schnell durch die Handlung fliegen lassen. Ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich mich durch keine Szene quälen musste.)  Auch die Protagonisten sind super beschrieben, ich konnte mich wirklich gut in Leni hineinversetzen, sie ist ein ziemlich geradliniger Charakter und begründet jede ihrer Entscheidungen wirklich nachvollziehbar. Leni macht durch das Buch eine Veränderung durch, die nicht nur ihr Umfeld sondern auch mich wirklich stark beeindruckt hat. Da habe ich mir fast gewünscht, ich könnte auch noch mal in die Vergangenheit reisen und meine Entscheidungen mit dem Wissen von heute nochmals treffen. (Die Vergangenheits-Leni ist wirklich liebenswert und wird durch die Ereignisse, die sie durchmachen muss auch noch stark und bewundernswert. Die Art wie sie denkt ist zwar ziemlich konventionell, aber nicht ohne Weisheit. Großartig beschäftigt – auf mein Leben bezogen – hat mich die Geschichte allerdings nicht. Natürlich denkt man automatisch an seine eigene Vergangenheit und was geschehen wäre, wenn man dies nicht getan oder in jener Situation anders gehandelt hätte, doch da man nicht in der Zeit zurückgehen kann, setzten sich solche Gedanken nur kurz in mir fest. Wichtiger aber als hypothetische Fragen finde ich die Erfahrung, die man aus Erlebnissen ziehen kann, für die Zukunft. Und dieser Punkt steht im Roman auch eher im Fokus. Dabei wurde der Schmetterlingseffekt fast komplett außen vorgenommen. Schade eigentlich, denn den Einbezug diesen Effekts hätte Leni vielleicht etwas vorsichtiger vorgehen lassen und ihr somit mehr Tiefe/Reife verliehen. Von daher finde ich die Grundidee richtig gut, aber man hätte mehr daraus machen können. Positiv aufgefallen ist mir vor allem der Witz in einigen Szenen, der der Handlung einen sympathischen touch gab. ) Auch die Nebencharaktere wie Jenny und Jan, gewinnen an Kontur je mehr das Buch fortschreitet. Sie helfen Leni, sind für sich da und haben doch ihre eigene Geschichte, die die Autorin in genau dem richtigen Maß nebenher erzählt. (Die Nebengeschichten waren ganz nett, aber hatten für meinen Geschmack zu wenig Markanz. Allerdings gefiehl mir ide Loyalität von Jenny und Ian Leni gegenüber. Das ergänzte die Grundstory gut.)
Die Frage ob man alles noch mal genau so machen würde steht klar im Vordergrund und das hat mir sehr gefallen. Jedes schlechte Ereignis hat andere Ereignisse ausgelöst. Und jede auch noch so kleine Veränderung bedingt die Zukunft. Die Geschichte ist wirklich toll erzählt und Leni ist genau der richtige Charakter dafür.
Jedoch muss ich auch sagen, dass Leni mir gerade gegen Anfang der Geschichte etwas zu naiv an alles ran geht und dann plötzlich in genau das Gegenteil umschlägt. Das kam mir alles irgendwie zu plötzlich. Wobei mir andererseits einige andere Stellen zu ausführlich beschrieben waren.
Die Zeitsprünge in der Erzählung haben mir jedoch sehr gefallen. Man sah die Vergangenheit und Gegenwart im direkten Vergleich und wusste was damals wirklich geschehen war, da Lenis Erinnerungen meinst sehr verschwommen waren. (Die haben mir auch sehr gut gefallen. Der Vergleich zwischen dem, was wirklich passiert ist und was sich durch Lenis Zeitsprung veränderte, war megainteressant und eben diese Erinnerungen waren clever an der richtigen Stelle eingebaut.)
Das Ende hat mich dann wirklich sehr überrascht und kam total unerwartet. Das war ein richtiger Knall. (*nick*)

Fazit: Alles in allem ein gelungenes Buch. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, ich bin wirklich schnell durchgekommen und es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen. Ich hab mit Leni mitgefiebert, jedoch war sie mir zu beginn nicht ganz so sympathisch und zwischendurch fand ich einige Stellen zu lang. „Und wieder September“ bekommt von mir 4 von 5 Schneeflocken. 


FAZIT: Ich vergebe 3 von 5 Rosen für einen schönen leichten Roman, den man zwischendurch lesen kann. Mit einem guten Gespür für Situationskomik und klugen Wendungen setzt Frau Elhaus die Geschichte von Leni unterhaltsam in Szene. Doch das nicht vollständig ausgeschöpfte Potenzial der Grundidee ließ mich ein bisschen enttäuscht zurück.

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Alles Liebe 
Eure Rose und Eure Schnee

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