Sonntag, 31. August 2014

Immer wieder Sonntags: Sommernachtstraum


(Copyright: Die Schwestern Grimm)


Er nahm meine Hand und zog mich hinter sich her.
"Was ist los?", fragte ich ganz leise.
"Scheiße, Mia, wir müssen hier weg. Wir können nicht noch länger warten, ansonsten bringen sie uns um."
Ich sah mich um. Er hatte recht, der Teil der Straße auf dem ich gerade noch gestanden hatte, war verschwunden im Sog der Dunkelheit. Verdammt wo war Damien? Die Leine hing noch in meiner Hand, doch er samt des Halsbandes waren weg. Abrupt blieb ich stehen. Ich konnte hier nicht weg. Nicht ohne meinen Hund. Niemals.
Der Fremde drehte sich um und schaute mich entgeistert an.
"Bist du verrückt? Wir müssen hier weg."
"Ich kann nicht."
"Was heißt hier du kannst nicht? Willst du sterben? Ich jedenfalls nicht."
"Ich kann nicht ohne Damien gehn." Ohne eine weitere Diskussion einzugehen drehte ich mich um und rannte zurück.
"Ich komme mit dir." Der Fremde war urplötzlich wieder neben mir, wir rannten Seite an Seite und schrien nach Damien.
Der Rauch wurde immer dichter und meine Lungen krampften sich zusammen. Die Luft wurde knapper und meine Sicht war getrübt. Lange würden wir das nicht mehr aushalten. Wir mussten ihn so schnell wie möglich finden.
"Da vorne bewegt sich was." Hörte ich ihn noch sagen, bevor er verschwand. Kurze Zeit später kam er wieder, Damien auf dem Arm. Tränen rannen mir die Wangen hinunter und ich rannte auf die Beiden zu. Damien leckte mir über die Hand und ich sah, dass sein Bein verletzt war.
"Und jetzt nimm die Füße in die Hand, wir müssen hier weg." Doch bevor er ein weiteres Wort sagen konnte, zog ich seinen Kopf ganz dich an meinen und drückte meine Lippen auf seine.
"Du hast alles gerettet, was mir etwas bedeutet, dass werde ich nie vergessen."
Pufffff und dann wachte ich auf, in dem Wissen etwas zu vermissen, dass ich noch nicht mal kannte.

Montag, 25. August 2014

Nachtahn 1 - Mächtiges Blut von Sandra Florean

(Copyright: Bookshouse Verlag)


Dorian Fitzgerald, einer reicher gutaussehender Geschäftsmann, verbirgt seine wahres Gesicht gern hinter großen Mauern. Dabei ist aber nicht nur sein pompöses Anwesen gemeint, auf dem er so in die Nacht hineinlebt, einen viel wichtigeren Nutzen hat diese Schutzmaßnahme, indem sie seine dunkle Seite von den Menschen fernhält. Er ist ein Vampir, wohl der älteste der noch auf der Erde existiert, denn er wurde durch sehr mächtiges Blut erschaffen. Und hält es deswegen für seine Lebensaufgabe, diejenigen seiner Rasse auszuschalten, die das Geschenk der Unsterblichkeit missbrauchen. Als er die junge Louisa in einer Disco entdeckt, ist er sofort fasziniert und will sie als Mann beeindrucken, nicht als Vampir. Doch ohne seine Vampirmagie muss er Hartnäckigkeit beweisen, da Louisa anfangs alles andere als beeindruckt von dem langhaarigen Snob ist. Zudem leidet Louisa seit einem Überfall unter Angstzuständen und versucht ihren Kontrollverlust durch exzessiven Alkoholkonsum zu kompensieren. Gleichzeitig mit Dorian tritt noch ein anderer Mann in ihr Leben. Eric, er ist ein netter normaler Kerl, mit dem sie sich leicht unterhalten kann. Ganz ohne große Gefühlachterbahn oder Komplikationen. Aber alle Überlegungen über ihre Gefühle sind vergessen, als sie in die Fänge einer bösartigen Vampirin gerät, deren Ziel es ist an Dorians mächtiges Blut zu gelangen.


Zu Beginn war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch, da mich der Klappentext nicht angesprochen hat. Ich dachte mir, bitte nicht noch eine Dreiecksgeschichte. Aber ich bin ja durchaus belehrbar.
Der flüssige und authentische Schreibstil war sehr angenehm und gut zu lesen. (Das ging mir auch so, ich wurde sofort mitgerissen und schwebte durch das Buch.Die Perspekenwechsel haben es mir besonders leicht gemacht, mich in alle Charaktere zugleich hineinzuversetzen. Oft empfand ich es auch sehr hilfreich, da man eine Szene aus beiden Perspektiven betrachten konnte. Es war witzig wie unterschiedlich vor allem Dorian und Louisa die gleiche Situation wahrgenommen haben. Ein großer Pluspunkt für mich.) Der wurde nur noch die aufregenden Charaktere untermauert. Dorian, der zuerst sehr snobistisch rüberkam hat mich positiv überrascht. Er ist unerwarteterweise sympathisch und locker. Mal singt er unter der Drusche, mal benimmt er sich wie ein süßer verknallter Teenager. Im Vergleich zu anderen Vampirbüchern kam mir Dorian einfach nicht so weltfremd vor, wie Vampire oft beschrieben werden. In einen alten weisen vernünftigen Typen würde sich eben keine blutjunge Frau verlieben, das ist schlicht unwahrscheinlich. Es sei denn natürlich sie hat einen Vaterkomplex, aber so weit will ich an diese Stelle gar nicht gehen. Außerdem hat Dorian einen unschlagbar guten Humor. Es ist eine Mischung aus einem frechen kleinen Jungen und dem leicht überheblichen Anmachsprüchen eines Machos. (Dorian *__* Er ist genau die Art von Mann von der doch jede Frau träumt. Er ist ein Gentleman, verspielt, erfahren und hat einen Beschützerinstinkt der seinesgleichen sucht. Sobald Louisa ihn braucht, ist er an ihrer Seite und würde alles für sie tun. Gleichzeitig bedrängt er sie aber nicht und lässt ihr jeden Freiraum den sie braucht. Das fand ich so toll an ihm. Dorian hat versucht Louisa zu verstehen und das zu tun, was das Beste für sie ist. Sein Humor hat auch mich überzeugt. Es hat dem ganzen Buch eine Leichtigkeit verliehen, die es zu einem Genuss machten es zu lesen.)
Der Butler von Dorian – Alfred aka James – ist mein absoluter Highlight-Charakter. Er ist ein britischer, verschwiegener, leicht zu pikierender Mann, den man einfach gern haben muss, weil er seinen merkwürdigen Ansichten immer treu bleibt. Jaja, an Logik mangelt es in diesem Punkt gaaaar nicht. ;). Englische Affektiertheit in Form eines Butlers gehört meiner Meinung nach einfach in jedes Buch. (Englische Affektiertheit ist super! Auch ich fand James ein wunderbarer Charakter. Obwohl er nur eine Nebenrolle inne hat, hat die Autorin ihn dennoch so gut dargestellt und beschrieben, dass ich ihn gleich zu fassen bekam. James ist auch für mich ein absolutes Highlight gewesen und hätte ruhig an eineigen Stellen noch öfter auftauchen können.)
Louisa ist in sich ein wirklich angenehmer Charakter. Sie ist unkompliziert, neugierig und es ist echt witzig, was sie in Gedanken beim ersten Aufeinandertreffen mit Dorian so denkt. Da gehen ihre Ergüsse eher in die Richtung: langweiliger Lackaffe. Erfrischend, dass sich ein Paar nicht vom ersten Augenblick an unwiderstehlich zueinander hingezogen fühlt. Das ist realistischer und gibt der ganzen Beziehung einen glaubwürdigeren Anstrich. Die Vorurteile, der männergeilen Partymaus, die bei mir anfangs aufkamen, wurden sehr schnell aus der Welt geschafft. Mit dem wachsen der Hintergrundgeschichte wird ihr Benehmen immer schlüssiger in sich. Ich habe ihre unaufgesetzte Art in Krisensituationen geliebt. Sie ist eine toughe Frau und kein aufgescheuchtes Huhn, dem auch nur die kleinste physische oder psychische Belastung zu viel wird. (Da ging es mir ähnlich. Am Anfang dachte ich nur so: Oh nein, was für eine oberflächliche Frau. Das änderte sich jedoch schnell und ich begann mit Louisa mitzufiebern. Ihre Hintergrundgeschichte ist super dargestellt!)
Eric, die Konkurrenz zu Dorian, obwohl man ihn als solche eigentlich nicht bezeichnen kann, war mir suspekt. Allem voran wahrscheinlich, weil ich Raucher nicht mag. Moment, falsch ausgedrückt. Ich kann Zigarettenqualm nicht leiden. Und diese Abneigung ihm gegenüber konnte ich bis zum Ende des Buches nicht ablegen.
Viel Spannung und eine geheimnisvolle Aura hat das Buch vor allem durch Einblicke die Gedanken vieler verschiedener Personen bekommen. Trudy, die Vampirin, die Louisa entführt, um Dorian zu erpressen wird genauso klar dargestellt, wie die beiden Protagonisten. Das schafft Verwirrung auf den ersten Seiten, bringt aber gleichzeitig den absolut besten Aha-Effekt, wenn sie die Dinge zuspitzen und alle Handlungsstränge plötzlich einen zusammenhängenden Sinn ergeben.
Hier hat die Autorin ein gutes Gespür für unterschiedliche Blickwinkel bewiesen. Es gab schon mal derbere Ausdrücke, die der Szene angemessen waren oder schöne romantische Umschreibungen bei den Liebesszenen. So war es ein komplett anderes Erlebnis in dem Kopf von Louisa zu sein, als in dem Kopf von Trudy.
Im Laufe der Geschichte kristallisieren sich aber nicht nur die vielen Eigenschaften aller Personen heraus, sondern auch, dass Dorian und Louisa sich wunderbar ergänzen in ihren Stärken und Schwächen. Wie oben schon erwähnt, war ich skeptisch, ob auch in dieser Geschichte die Liebe auf unerklärlicher starker körperlicher Anziehung basieren würde und wurde überrascht. Das mit den beiden macht Sinn!
Das Ende hat einen Cliffhanger – das sagt glaub ich alles. (GEMEIN!!!!)


Fazit: Ein rundherum gelungener Start ist Sandra Florean mit Nachtahn 1-Mächtiges Blut hier gelungen. Durch die sympathischen Charaktere, die vielen verschiedenen Eindrücken und einem extrem guten Spannungsbogen hat sich das Buch 5 von 5 Rosen verdient. Die zarten Gefühle zwischen Louisa und Dorian konnten mich genauso überzeugen wie die geld- und machtgierige Art des bösartigen Gegenparts Trudy. Ich freu mich auf Teil zwei und kann jedem nur empfehlen – bei dem Schnäppchenpreis – sofort zuzuschlagen.



Fazit: Mächtiges Blut ist ein Genuss an Spannung, Erotik, Witz und Liebe, den man so schnell nicht mehr aus der Hand legen kann. Der Anfang war mir etwas zu langatmig, der Schreibstil hat mich aber davon überzeugt weiter zu lesen und ich wurde nicht enttäuscht. Die Charaktere sind sehr gut dargestellt und warten nur darauf ins Herz geschlossen zu werden. Ich vergebe 4 von 5 Schneeflocken und freue mich sehr auf den zweiten Teil.


Montag, 11. August 2014

Montagssschmankerl: Aller schriftstellerischer Anfang ist schwer

(Quelle: http://www.kai-meyer.de/cms/index.php/home-de/biografie/)

Kai Meyer, ein bekannter und gefeierter Autor in der Szene der Fantasy-Literatur, weiß, wie man Geschichten auf spannende und interessante Weise zu Papier bringt, aber auch er war mal jung. Im Rahmen einer Aufräumaktion bei ihm zuhause hat der gute Mann seine eigenen Kurzgeschichten und sogar ein altes Buch wieder gefunden, die er im zarten Alter von 12 und älter geschrieben hat. Und in seiner neusten Aktion auf Facebook zeigt er den interaktiven World-Wide-Web-Menschen nicht wie man sein schriftstellerisches Können erlangt oder verbessert sondern, was man alles falsch machen kann. Immer mal wieder wird Kai Meyer einige Seiten veröffentlichen, Part 1 ist bereits einsehbar.

Ganz witzige Idee, finde ich und so möchte ich die mit euch allen teilen. Es macht einem doch echt Mut, das auch Spiegel-Bestseller-Autoren mal klein angefangen haben und ihre ersten Gehversuche dementsprechend schlecht waren.

In diesem Sinne, hier der Originalton von Kai Meyer

Man lernt vor allem aus den Dingen, die man falsch macht. Und jeder, der sich irgendwann Autorin oder Autor nennt, hat anfangs eine Menge falsch gemacht. Erzählt einem das jemand, der es irgendwann doch besser hinbekommen hat, macht das Mut - zumindest ging und geht mir das so. Weil eine der häufigsten Fragen in Mails und bei Lesungen die nach Tipps für Anfänger ist und ich sie eigentlich immer nur mit Allgemeinplätzen beantworten kann, dachte ich mir, ich zeige einmal, wie falsch ich anfangs vieles gemacht habe - angefangen vom Großen (Erzählen) bis hin zum Kleinen (Rechtschreibung). Darum habe ich alle Texte, die ich als Teenager geschrieben habe, herausgesucht, und werde in der nächsten Zeit in loser Folge (und einigermaßen chronologisch) jeweils die erste Seite vieler Geschichten posten. Keine davon ist gut, die meisten sogar schrecklich - aber das ist okay, weil ich zwölf oder dreizehn oder fünfzehn war. Und sie illustrieren, dass jeder irgendwie anfängt, mit der Zeit vielleicht ein wenig besser wird und es irgendwann sogar schaffen kann, etwas halbwegs Passables zu Papier zu bringen.
Als Auftakt hier der ganze Stapel, Einzelseiten folgen dann alle paar Tage. Und wenn ihr das teilen mögt, freue ich mich, weil es vielleicht noch eine Menge Leute mehr erreicht, die selbst davon träumen, den Durchbruch als Schriftsteller zu schaffen. (Und das sind vermutlich diejenigen, die bis zum Ende dieser facebook-untypisch langen Einführung durchgehalten haben.)



Von uns in den Himmel gelobt: Arkadien erwacht (Teil1)
Von uns rezensiert: Asche und Phönix


Alles Liebe
Eure Rose 

Freitag, 8. August 2014

Rezension zu Penelopes pikantes Geheimnis von Julia Quinn

(Quelle: http://media2.libri.de/shop/coverscans/924/9243044_9243044_xl.jpg)

Einige Jahre sind ins Land gegangen seit Sophie und Benedikt geheiratet haben und diese ließen Colin Bridgerton zu einem wahren Mann heranreifen. Angekommen von einer weiteren seiner unzähligen Reisen in die große Welt, kehrt er genau zum richtigen Zeitpunkt in die Londoner Gesellschaft zurück, denn: die neue Saison hat begonnen. Und er ist einer der begehrtesten Junggesellen. Mit seinem einnehmenden Charakter, unwiderstehlichen Charme und verschmitzten Lächeln bricht er reihenweise Frauenherzen. Aber nicht nur die jungen Damen des ton sind ganz hin und weg von ihm. Penelope Featherington ist seit sie denken kann in den gutaussehenden Colin verliebt, doch in der Blüte ihrer Jugend, war ihr es aufgrund ihres unvorteilhaften Aussehens und ihrer unangenehm vorlauten Mutter, nicht erlaubt sich Hoffnungen zu machen. Wer würde denn ein hässliches graues verschüchtertes Entlein zur Frau haben wollen, die auch noch die größte Klatschbase aller Zeiten ihre Mutter nennt? Ein allseits beliebter Gentleman, wie Colin, sicherlich nicht. So ist Penelope also bis heute, als mittlerweile alte Jungfer gebrandmarkt, immer noch unglücklich in Colin verliebt, aber sie hat sich mit ihrem Schicksal arrangiert.
Und die kommende Saison scheint wenig Neues bereitzuhalten. Bis eines Tages Lady Danbury, eine altehrwürdige Matrone, beschließt der allgemeinen Eintönigkeit neuen Schwung zu verleihen. Seit über zehn Jahren konnte sich Lady Whisteldown vor den Menschen verbergen, aber nun soll ihre Identität endgültig ans Licht kommen und zwar mit Hilfe einer Ankündigung: Wer besagte Dame enthüllt erhält stolze eintausend Pfund.
Daraufhin bricht das Chaos aus. Wilde Spekulationen machen die Runde und dabei verlieren alle Beteiligten bei dieser Hetzjagd das Offensichtliche aus den Augen.

Lady Whisteldown sagt erneut Hallo! Und diesmal auf eine ganz besondere Art und Weise. Seit insgesamt drei Büchern fiebern, spekulieren und Lachen wir mit der schlagfertigen unbekannten Journalistin mit. Sie gab uns viele unterhaltsame Einblicke in die komplexe Struktur und Verhaltensweise der Gesellschaft. Jetzt enthüllt sie ihr wahres Gesicht.
Ich war mehr als gespannt auf den nächsten Teil der Bridgerton-Reihe. Wieder würde es viel Drama und Liebe geben, aber vor allem – und da finde ich verrät der Klappentext etwas zu viel – wird, bereits bevor man anfängt zu lesen, die gute Lady W. demaskiert. Meinen Lesespaß hat das das allerdings nicht reduziert. (Ich freute mich auch endlich mehr von Lady W. zu lesen. Aber mit dem Klappentext stimme ich überein, da hätte man sich etwas anderes überlegen können und sollte nicht so viel verraten.)
Die Hauptcharaktere Colin und Penelope sind einfach großartig. So gegensätzlich sie sich auch verhalten und aus so unterschiedlichen Familien sie auch kommen, ist ihr Happy End schließlich klar nachzuvollziehen. (Da ging es mir genau wie bei allen Charakteren zuvor, ich liebe die Beiden einfach. Die Autorin schaffte es die Figuren so toll zu gestalten, dass man gar nicht anders kann als mit ihnen zu fiebern. Ich konnte alle ihre Entscheidungen und Gefühle so gut nachvollziehen wie ich es selten erlebt habe.) Genauso, dass sie Jahre über nicht zusammengekommen sind. Die schüchterne Miss Featherington macht eine herzerwärmende Wandlung durch. Das klassische hässliche Entlein wird zum schönen aufsteigenden Schwan. Ihre Unsicherheit und die im Laufe des Buches wachsende Zuversicht zu ihren Talenten und gegebenen Charakterstärken machen sie ausnahmslos liebeswürdig. Aber auch liebevolle Details wurden in ihre Persönlichkeit mit eingebaut, z.B. die unerschütterliche Liebe zu ihrer nervtötenden Familie – in manchen Dingen kann man einfach nicht anders, Familie ist Familie – oder die merkwürdige Sympathie zu der fiesen Erzfeindin Cressida Townbley, die sie zwar hasst, aber irgendwie auch für ihre Selbstsicherheit bewundert. Colin verzaubert alle mit seinem Charme und seiner unerschöpflichen Lebensfreude, zeigt allerdings auch, dass mehr in ihm steckt, als der ewige verwegene Herzensbrecher. Die beiden ergänzen sich einfach sehr gut. (Es gab kaum eine Szene in der ich nicht entweder gelacht oder darum gebangt hab, ob sie zusammen finden oder nicht. Das ganze Buch ist mit so viel Herzblut geschrieben ist, dass ich es auf jeder Seite spüren konnte. Die Geschichte, die Figuren und alles drumherum ist sehr gut ausformuliert und sucht seinesgleichen. Der Schreibstil ist locker und flüssig, hat aber auch die nötige Dosis an Ernst. Ich kam super durch das Buch und wollte es am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen.)
Die Nebencharaktere sind mit in diesem Band besonders positiv aufgefallen. Der gesamte Roman spielt sich ausschließlich in der Londoner Gesellschaft ab. Es gibt also, wie es in vorangegangenen Teilen der Fall war, keine Ausflüge aufs Land oder sogar in eine andere Stadt. Dadurch gewinnt man einen sehr intensiven Einblick in die unausgesprochenen Regeln des ton. (Das fand ich auch klasse. Ziemlich gut recherchiert und alles klang für mich logisch. Ich fühlte mich zeitweise direkt in die Zeit versetzt und wollte am liebsten gar nicht mehr auftauchen. Auch wenn manche Regeln des ton wirklich bescheuert sind und mich einfach nur fragte: WARUM? :D)
Eine Frau ist mir während des Lesens besonders aufgefallen. Lady Danbury, die selbsternannte Schutzbefohlene von Penelope. Wie sie selbst öfters erwähnt, ist diese Dame eine alte Matrone, die es sich leisten kann alles zu sagen, was ihr in den Kopf kommt. Um Anstand oder Regeln schert sie sich nicht, doch um die Herzen bestimmter Menschen schon. Ihre unerschütterliche Loyalität und ihre unverblümte Art in der steifen Gesellschaft sind erfrischend und verliehen der Reihe neuen Schwung. Ich hoffe ehrlich sie wird noch öfter auftauchen! (Mir gefiel Lady Danbury nicht ganz so sehr. Es war mal etwas anderes zum ton, aber mehr nicht. Ich fand sie leider meistens nicht erfrischend sondern eher nervend. Fand ich etwas schade. Aber Geschmack ist ja bekanntlich verschieden ;))
Wieder mit dabei sind natürlich auch alle Bridgertons. Daphne bekommt einen kurzen Auftritt, der ein bisschen von ihrem weiteren Eheleben berichtet, genauso wie Anthony. Demgegenüber treten die jüngeren Sprosse der Familie in den Vordergrund. Enorm aufgefallen sind mir dabei Hyacinth und Eloise, die beide viel Potenzial für eine eigene Geschichte haben, einfach weil ihre Charaktere deutlicher gezeichnet wurden. (Das ist für mich auch ein riesengroßer Plus Punkt. Ich hatte das Gefühl, dass ich immer noch teil habe am Leben der anderen Bridgertons, die ich schon früher kennen lernen durfte. Wie gewohnt sind die Bridgertons sehr lustig und vor allem die Männer brachten mich nicht nur einmal zum lachen.)
Der Handlungsbogen hat mich sehr überrascht. Penelope und Colin heiraten sehr früh und – wie mir erst in diesem Band aufgefallen ist, ging es bisher allen Bridgerton‘s so – ohne formalen Antrag, sondern eher aus einen gesellschaftlichen Fauxpas heraus. Bei den beiden fangen die Probleme nämlich erst nach der Hochzeit wirklich an. Es war spannend und interessant ihre aufkommenden Hindernisse zu verfolgen und wie sich ihr Leben und ihre Sicht aufeinander in der Ehe veränderten.
Die beiden kennen sich ja schon ihr Leben lang, hatten aber keine Ahnung von deren Ängsten, Träumen oder Erfolgen des anderen. Sehr sensibel hat Julia Quinn hier geschildert, dass man miteinander bekannt sogar befreundet sein kann, ohne sich wahrhaftig zu kennen.
Das Ende war schlicht und ergreifend eine Genugtuung. Ich habe es mit jeder Seite genossen. (Das sehe ich genau so, da kann man nichts mehr hinzufügen.)

Fazit: Mit ihren großartigen Charakteren und komplexen Gebilden der gesellschaftlichen Regeln hat Julia Quinn mich absolut überzeugt. Ich hab einfach alles an dem Roman geliebt. Er hat Witz und Drama und Überraschungen und sehr viel Authentizität. Man erwartete viel und bekommt noch mehr, dafür muss ich 5 von 5 Rosen verteilen. Ein must-read für alle historischen Liebesromanleser/innen.

Fazit: Ein durchweg durchdachtes Meisterwerk an historischer Literatur.  Die Figuren, der Schreibstil, der Witz und die Location machen das Buch zu etwas, das jeder im Regal haben sollte. 5 von 5 Schneeflocken.


Offizielle Homepage der Autorin
Die Autorin auf:
Julia Quinn bemi Cora-Verlag
Julia Quinn beim Mira-Verlag




Alles Liebe
Eure Rosenrot und Euer Schneeweißchen

Mittwoch, 6. August 2014

Filmbesprechung zu Maleficent

(Quelle: http://voices.suntimes.com/wp-content/uploads/2014/06/maleficent-wings.jpg)

Maleficent lebte seit sie denken konnte als Waise in den Sümpfen, fernab von den Menschen. Ihre Freunde und ihre Welt war der Wald und die Feen. Doch eines Tages verirrte sich ein Mensch in ihre Heimat und stahl einen Stein. Wutentbrannt stellte sie den Dieb und stellte fest, dass es sich um einen Jungen, namens Stephan, handelte. Einen Menschen. Zu Anfang noch abgeschreckt von der fremden Kreatur öffnete sie ihm nach und nach ihr Herz. Gemeinsam verbrachten sie ihre Kindheit miteinander und als beide älter wurden, kam es wie es schon oft gekommen ist. Aus Freundschaft wurde mehr. Mit der festen Überzeugung die wahre Liebe gefunden zu haben schenkte sie Stephan nicht nur ihren ersten Kuss sondern zudem ihr Vertrauen. Doch der König aus dem angrenzenden Menschenreich fürchtete die stetig wachsende Macht von Maleficent und führte sein Volk in den Krieg. Maleficent aber verteidigte ihr Reich mit all ihrer Magie und gewann. Geschlagen und gedemütigt kehrte der König in sein Schloss zurück. Stephan der während der Schlacht zwischen seiner Loyalität dem König gegenüber und der Liebe zu Maleficent hin und her gerissen war, entschloss sich zu einem folgeschweren Verrat. Er brachte die ahnungslose Maleficent in eine Lage der völligen Wehrlosigkeit und raubte ihr im Schlaf die Flügel. Verwirrt und orientierungslos erwacht sie am nächsten Morgen und erkennt die Ausmaße seines Vertrauensbruchs. Stephan wurde zur gleichen Zeit zum König gekrönt, da der alte Regent starb und ihm zum Dank zu seinem Erben machte. Angetrieben von unbändigem Hass sah Maleficent eines Tages ihre Chance gekommen Rache zu nehmen. Die Königin gebar eine Kind, Aurora, das seine Eltern über die Maßen liebten. Doch durch einen Fluch von Maleficent war diese dazu verdammt kurz vor ihrem sechszehnten Geburtstag in einen todesähnlichen Schlaf zu fallen und nie wieder daraus zu erwachen. Bis sie den Kuss der wahren Liebe erfahren würde.

Maleficent, gespielt von Angelina Jolie, ist eine meisterhafte Figur, die dermaßen vielschichtig ist, das man in jeder neuen Sequenz mehr Eigenschaften an ihr entdeckt. Eigentlich kann ich Angelina Jolie überhaupt nicht leiden, aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme. Die Umsetzung von Maleficents Charakter war von ihr so überzeugend dargestellt, dass ich sprachlos aus dem Kino gegangen bin. Vor allem aber gefiel mir sehr gut, dass sie die Übergänge von dem kleinen unschuldigen Feenkind zu der heranwachsenden und später verbitterten und von Hass zerfressenen Schicksalsweberin authentisch geschafft hat. Gleichzeitig sah man ununterbrochen, dass Maleficent nicht wirklich böse war, sondern lediglich in ihrem Vertrauen in die Menschen gebrochen. Dabei hat sie selbst viel mehr Menschlichkeit und Güte in sich, als alle anderen Figuren in diesem Film.
Stephan, der Maleficents Erzfeind wird, ist in seinen jungen Jahren ein wunderbarer Junge und verdirbt seinen Charakter erst selbst, durch den furchtbaren Verrat an seiner alten Liebe. Das lässt ihn schließlich wahnsinnig und schizophren werden. So zeigt der Film also sehr gut, dass kein Mensch von Grund auf schlecht geboren wird, sondern erst durch seine Taten und/oder die Umstände seine Lebens dazu gemacht wird. So viele Grauschattierungen hätte ich einem „Kinderfilm“ gar nicht zugetraut.
Die Jungschauspielerin Elle Fanning, die die Tochter des Königs gibt, war mir vom Auftreten her etwas zu platt. Sie hatte ständig ein strahlendes Lächeln im Gesicht, das einen manchmal nur die Augen verdrehen ließ und kombiniert mit einer zuckerwatteähnlichen Naivität hätte ich sie am liebsten an den Haaren aus dem Bild gezerrt. In Verbindung mit Maleficent war das natürlich ein gelungener Kontrast, aber in manchen Momenten hatte ich das Gefühl ihre ganze Art wäre zu aufgesetzt. Ob das an dieser Stelle am Drehbuch, dem Regisseur oder der Schauspielerin lag, kann ich nicht beurteilen.
Eine willkommene Überraschung hingegen war Diaval, ein Rabe, der von Maleficent aus den Klauen von brutalen Wilderern gerettet wird. Sie verleiht ihm die Gabe sich zu wandeln, bzw. wandelt ihn mit ihrer Magie. Meistens taucht er als Mensch in der Handlung auf, wechselt aber auch in andere Gestalten, um z.B. eine brenzlige Lage zu retten. Maleficent ernennt ihn zu ihren „neuen Flügeln“. Ihn konnte ich anfangs nur schwer einschätzen und als ich mir ein Bild von ihm machte, war es ein gänzlich falsches. Das war extrem aufregend, denn im Gegensatz zu dem klassischen Märchen Dornröschen, von dem der Film eine Adaption ist, war in diesem Szenario alles möglich. Teilweise hab ich bei Kämpfen sogar mitgezittert, weil ich mir nicht sicher war, ob Maleficent, Diaval oder Aurora überleben würden. Grandios!
Der Kuss der wahren Liebe war ein wahrer Augenöffner. So offensichtlich, im Nachhinein. Bis zu einem gewissen Punkt aber habe ich mit so einer Wendung nicht gerechnet. Wer also einen romantischen Liebesfilm erwartet ist mit diesem Streifen an der falschen Adresse. Es war mehr Drama und Fantasyspektakel als alles andere. Damit komme ich auch zu den Kulissen und Kostümen. Mein Gott! Seit Herr der Ringe und Avatar hab ich nicht mehr eine so bis ins Detail brilliante Welt gesehen. Jede Pflanze und jedes Tier erschien mir mit so viel Liebe und Phantasie zum Leben erweckt worden zu sein, dass ich mir manche Sequenzen Stunden anschauen wollte. Einfach, weil sie so schön waren.
Das Ende ist toll. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.  
Dornröschen ist ab heute für mich gestorben. Die neue Version ist tausendmal besser!

Ich vergebe 5 von 5 Rosen. Auch wenn ich ein bisschen über die Besetzung von Aurora gemeckert habe, hat das dem Film keinen Abbruch getan. Er ist großartig und für jedermann jedweden Alters geeignet. Wunderschöne Effekte, überragende Kostüme, eine Handlung mit überraschender Wendung und einem Ende das jeder lieben wird.



Alles Liebe
Rose

Montag, 4. August 2014

Red Bug Charity: Antonia Michaelis und Johannes Groschupf

Guten Morgen :)

Vor einigen Tagen haben wir euch das Projekt von Red Bug Books vorgestellt. Die ersten beiden Autoren stehen nun fest und wir finden, dass ech sich lohnt das Projekt im Auge zu behalten.

Antonia Michaelis 

 (Quelle: http://www.antonia-michaelis.de/photos/)

Vita:  
Jg. 1979, arbeitete nach dem Abitur in Südindien, Nepal und Peru. In Greifswald studierte sie Medizin und begann parallel dazu, Romane zu schreiben.  Seit einigen Jahren lebt sie als freie Schriftstellerin mit Mann, zwei Kindern und Katzen in der Nähe der Insel Usedom.Antonia Michaelis gehört zum Kreis begabter junger und eigenwilliger Autoren.
Ihre Bücher sind durchwegs ungewöhnlich und bewegend.Sieschreibt in einer wunderbaren Sprache (Süddeutsche Zeitung, Die ZEIT)hochpoetische soziale und philosophische Dramen, die den Leser immer an die Grenzen der Wahrnehmung und der Gesellschaft führen.
Sie wurdemit  ihrem Jugendroman „DerMärchenerzähler“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Das Buch hatzahlreiche Ehrungen erhalten.MEHR

Aktuelle Veröffentlichungen für junge Erwachsene und Erwachsene:„Paradies für alle“, 2013 bei Knaur„Nashville oder das Wolfsspiel“, 2013 bei Oetinger„Friedhofskind“,2014 bei Emons
„Niemandliebt November“, 2014 bei Oetinger


Johannes Groschupf 

http://www.redbug-culture.com/blog/wp-content/uploads/2014/07/Johannes_Portait1-RBB.png
(Quelle: http://www.redbug-culture.com/blog/2014/08/red-bug-charity-johannes-groschupf/)

Kurzbio: 
1963 in Braunschweig geboren, Studium der Germanistik, Publizistik, Amerikanistik, lebt in Berlin.
Freier Journalist für Die Zeit, FAZ, Tagesspiegel, Berliner Zeitung u.a.
1999 Robert-Geisendörfer-Preis für das NDR-Feature „Der Absturz“.
2005 Roman„Zu weit draußen“,
2009 Roman„Hinterhofhelden“ (beide Eichborn-Verlag Frankfurt).
2013 Jugendroman „Lost Places“ (Oetinger-Verlag, Hamburg)
2014Jugendthriller „Der Zorn des Lammes“ (Oetinger-Verlag, Hamburg)
MEHR


Interview


Zwei wunderbare Autoren! Wir sind gespannt wie es weiter gehen wird und freuen uns jetzt schon total auf das Endergebnis. 
 
K: Wie gehst du beim Schreiben mit dem Konzept von Gut und Böse um?
J: Gut und Böse interessieren mich nicht so sehr, mir geht es eher um Wahrnehmungen. Was sehe ich? Was entgeht mir? Was glaube ich nur zu sehen? Wo sind meine Beschränkungen, weil ich festgefügen Mustern und Überzeugungen folge? Auch ein “böser” Charakter wie Milan ist interessant, weil seine Welt folgerichtig ist. Eddie, der in der Hackordnung der Bandidos nach oben kommen will, ist moralisch auch kein Wonneproppen, aber als Autor mochte ich ihn. Gerade die Jugendliteratur ist viel zu sehr von pädagogischen Konzepten bestimmt, die den Blick auf die Welt und die wirklichen Erfahrungen, die Jugendliche machen, verstellt.
K: Hast du beim Schreiben deiner Jugendbücher einen imaginären Leser? Deinen Sohn? Und gibst du das fertige Manuskript Freunden oder Familienmitgliedern zum lesen?
J: Einen imaginären Leser brauche ich nicht unbedingt, dafür aber eine Reihe realer Leser während des Schreibens. Bei “Lost Places” waren das tatsächlich mein Sohn und seine Leute, die auch ein gutes Gespür für den Kreuzberger Slang hatten. Beim “Zorn des Lammes” hatte ich eine Gruppe von Schülerinnen, die in Etappen mitgelesen und darüber mit mir diskutiert haben. Ich habe auch stets gute Erfahrungen mit Manuskript-Runden gemacht, bei denen sich Leute austauschen, die alle an Romanen schreiben, ihre Erfahrungen teilen, sich sachliche Kritik und Unterstützung geben.
- See more at: http://www.redbug-culture.com/blog/2014/08/red-bug-charity-johannes-groschupf/#sthash.fo87DFai.dpuf

K: Wie gehst du beim Schreiben mit dem Konzept von Gut und Böse um?
J: Gut und Böse interessieren mich nicht so sehr, mir geht es eher um Wahrnehmungen. Was sehe ich? Was entgeht mir? Was glaube ich nur zu sehen? Wo sind meine Beschränkungen, weil ich festgefügen Mustern und Überzeugungen folge? Auch ein “böser” Charakter wie Milan ist interessant, weil seine Welt folgerichtig ist. Eddie, der in der Hackordnung der Bandidos nach oben kommen will, ist moralisch auch kein Wonneproppen, aber als Autor mochte ich ihn. Gerade die Jugendliteratur ist viel zu sehr von pädagogischen Konzepten bestimmt, die den Blick auf die Welt und die wirklichen Erfahrungen, die Jugendliche machen, verstellt.
K: Hast du beim Schreiben deiner Jugendbücher einen imaginären Leser? Deinen Sohn? Und gibst du das fertige Manuskript Freunden oder Familienmitgliedern zum lesen?
J: Einen imaginären Leser brauche ich nicht unbedingt, dafür aber eine Reihe realer Leser während des Schreibens. Bei “Lost Places” waren das tatsächlich mein Sohn und seine Leute, die auch ein gutes Gespür für den Kreuzberger Slang hatten. Beim “Zorn des Lammes” hatte ich eine Gruppe von Schülerinnen, die in Etappen mitgelesen und darüber mit mir diskutiert haben. Ich habe auch stets gute Erfahrungen mit Manuskript-Runden gemacht, bei denen sich Leute austauschen, die alle an Romanen schreiben, ihre Erfahrungen teilen, sich sachliche Kritik und Unterstützung geben.
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K: Wie gehst du beim Schreiben mit dem Konzept von Gut und Böse um?
J: Gut und Böse interessieren mich nicht so sehr, mir geht es eher um Wahrnehmungen. Was sehe ich? Was entgeht mir? Was glaube ich nur zu sehen? Wo sind meine Beschränkungen, weil ich festgefügen Mustern und Überzeugungen folge? Auch ein “böser” Charakter wie Milan ist interessant, weil seine Welt folgerichtig ist. Eddie, der in der Hackordnung der Bandidos nach oben kommen will, ist moralisch auch kein Wonneproppen, aber als Autor mochte ich ihn. Gerade die Jugendliteratur ist viel zu sehr von pädagogischen Konzepten bestimmt, die den Blick auf die Welt und die wirklichen Erfahrungen, die Jugendliche machen, verstellt.
K: Hast du beim Schreiben deiner Jugendbücher einen imaginären Leser? Deinen Sohn? Und gibst du das fertige Manuskript Freunden oder Familienmitgliedern zum lesen?
J: Einen imaginären Leser brauche ich nicht unbedingt, dafür aber eine Reihe realer Leser während des Schreibens. Bei “Lost Places” waren das tatsächlich mein Sohn und seine Leute, die auch ein gutes Gespür für den Kreuzberger Slang hatten. Beim “Zorn des Lammes” hatte ich eine Gruppe von Schülerinnen, die in Etappen mitgelesen und darüber mit mir diskutiert haben. Ich habe auch stets gute Erfahrungen mit Manuskript-Runden gemacht, bei denen sich Leute austauschen, die alle an Romanen schreiben, ihre Erfahrungen teilen, sich sachliche Kritik und Unterstützung geben.
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Quellen: http://www.redbug-culture.com/blog/2014/07/red-bug-charity-antonia-michaelis/
http://www.antonia-michaelis.de/startseite/
http://www.redbug-culture.com/blog/2014/08/red-bug-charity-johannes-groschupf/
http://www.oetinger.de/buecher/taschenbuecher/fuer-jugendliche-und-erwachsene/details/mitwirkend/3-8415-0248-2/18302/30887/Autor/Johannes/Groschupf.html

Sonntag, 3. August 2014

Sonntagsschmankerl: Musik und Architektur

Ich bin sprachlos. Ein großartiges Video. Schaut es euch an, denkt nach und bewundert seine Subtilität. Mehr ist an diesem Sonntag nicht zu sagen. :)



Cheerio
Eure Rose