Sonntag, 30. März 2014

Gedicht zum Frühling

Es ist mal wieder Sonntag und ich in poetischer Laune. Einer meiner Lieblingsgedichte von James Krüss ist "Jederzeit ein Engel sein" und für mich das absolute Gedicht zum Frühling. Alles erblüht, es wird wärmer und irgendwie sind die Menschen offener, fröhlicher und aktiver, wenn die Sonne Tag für Tag die Temperaturen in die Höhe schraubt - das gegenwärtige Wetter ignoriere ich dabei einfach mal. Deswegen möchte ich diese wunderschönen Worte mit euch teilen. 
Mir zaubert es immer ein wehmütiges Lächeln ins Gesicht und ich denke: "Das ist so wahr!"


Jederzeit ein Engel sein

Jeder wünscht sich jeden Morgen
irgendetwas - je nachdem.
Jeder hat seit jeher Sorgen,
jeder jeweils sein Problem.

Jeder jagt nicht jede Beute.
Jeder tut nicht jede Pflicht.
Jemand freut sich jetzt und heute.
Jemand anders freut sich nicht.

Jemand lebt von seiner Feder.
Jemand anders lebt als Dieb.
Jedenfalls hat aber jeder
jeweils irgendjemand lieb.

Jeder Garten ist nicht Eden.
Jedes Glas nicht voller Wein.
Jeder aber kann für jeden
jederzeit ein Engel sein.

Ja, je lieber und je länger
jeder jedem jederzeit
jedes Glück wünscht, umso enger
leben wir in Ewigkeit.

von James Krüss

Alles Liebe
Rosenrot

Freitag, 28. März 2014

Mit Liebe hat das Nichts zu tun von Claudia Mech


(Copyright: Elf Uhr Verlag)




Stefanie, genannt Stef, wurde im frühkindlichen Alter von ihrer Mutter und ihrem Vater im Stich gelassen und kam daraufhin in die liebevolle Obhut ihrer Großeltern, die sich seither gut um sie kümmerten. Stef kommt aus einer normalen rheinländischen Familie und hatte ihre nicht besonders aufregende Kindheit in einem Dorf am Rande des Nirgendwo verbracht, zusammen mit ihrem Vati – ihrem eigentlichen Opa –, ihrer Mutti – ihrer Oma -, und ihren vielen Geschwistern – ihre biologischen Tanten und Onkel. Eines unverhofften Tages kommt Stefanie von der Schule nach Hause und ihre Mutti offenbart ihr die glückliche Nachricht, dass sie in den Ferien nicht in die Berge zum Wandern, sondern nach Mallorca, ans Meer fahren. Stef kann ihr Glück kaum fassen und freut sich unbändig, da ihre Eltern von einer schmächtigen Rente leben, die eigentlich nur einen Urlaub im kleineren Rahmen erlaubt. Doch ihr Leben nimmt eine grausame Wendung, als sie unter der Mittelmeersonne ihre Zeit genießt. Und als sie wieder zurück in Deutschland ist verschlimmert sich ihre Lage sogar. Aber sie kann es niemandem sagen, denn Vati sagte: "Es ist unser kleines Geheimnis.“


Mit Erschrecken, Spannung und einem beängstigen Gefühl habe ich dieses Buch an einem Abend fertig gelesen. Wie aus dem Inhalt bereits herauszulesen ist, handelt es sich um eine Geschichte, die den Verlauf eines sexuellen und, wie ich finde, psychologischen Missbrauchs im eigenen Elternhaus erzählt. Die Tatsache, dass es sich um einen autobiographischen Roman handelt macht die ganze Geschichte nur echter, erschreckender und ja sogar authentischer. (Das ging mir ähnlich. Hatte ich das Buch erst einmal in die Hand genommen, konnte ich es nicht mehr weglegen. Auch Tage später hatte mich die Geschichte noch in ihrem Bann und ich musste immer wieder darüber nachdenken.)
Stefanies einfache, klare und rücksichtslose Art macht es dem Leser einfach, die Protagonistin nicht zu bedauern, sondern sie für ihre Kraft und ihre Menschlichkeit zu bewundern. Ohne Ausschmückungen oder übertrieben ekelerregenden Beschreibungen hat das Buch mich mit seiner Ehrlichkeit in seinen Bann gezogen. Ja, Stefanie hat gelitten und ja sie wurde missbraucht, aber sie ist nicht daran zerbrochen und das nötigt mir den größten Respekt ab. Ein so sensibles Thema ist zudem nicht leicht zu Papier zu bringen, schon gar nicht wenn es um die eigene Lebensgeschichte geht, aber auch hier war alles auf den Punkt gebracht und dennoch unglaublich sensibel beschrieben. (Da kann ich dir nur voll und ganz zustimmen Rose. Ich bewundere Stefanie für ihre Art mit der ganzen Sache umzugehen. Man weiß nie wie man sich selbst in so einer Situation verhalten hätte, aber ich muss sagen, wie Stef hätte ich das wahrscheinlich nie geschafft. Auch ich empfand die Atmosphäre im Buch genau richtig. Jeder einzelnen Szene hab ich entgegen gefiebert und durch die sehr klaren Schilderungen, konnte ich mich fast in die Protagonistin hinein fühlen. Großes Lob an die Autorin, die dieses doch sehr prekäre Thema in solch klaren Linien beschrieben hat.)
Es kam mit teilweise sogar so vor, als ob es der Autorin absolut egal ist, ob ihr jemand ihre Geschichte glaubt, sie gut oder nicht gut, angebracht oder unangebracht findet. Sie schreibt ganz einfach, was sie erlebt hat und nichts dran ist gestellt, nichts erdacht und nichts unumkehrbar. Diese Offenheit hat mich extrem berührt und gehört meiner Meinung nach gelesen. (Die Wahrheit lässt sich eben meist nicht schön verpacken und das sieht man meiner Meinung nach ganz klar an diesem Buch. Auch mich hat die Offenheit der Autorin sehr überrascht, werden solche Themen doch meist Tod geschwiegen.)
Auch der Schreibstil passt perfekt in diese Situation hinein. Sie schreibt aus der Sicht ihres eigenen Ichs zu einer anderen Zeit, also benutzte sie auch dessen Sprache. Simple klare Sätze und Wortbauten dominieren ihren Sprachgebrauch, die zu einer 12/13-Jährigen passen. (Ich bin ebenfalls sofort in die Geschichte hineingekommen und die Struktur, wie der Satzbau, passen perfekt zur Situation.)
An dieser Stelle etwas zu kritisieren wäre unverschämt. Denn trotz aller literarisch herausragenden Ergüsse ist der Inhalt immer noch wichtiger als die Verpackung. Und jeder Wortkünstler dieser Welt kommt meiner Ansicht nach nicht gegen die glasklare Wahrheit eines etwas wirklich Erlebten an.

Fazit: Ehrliche 5 von 5 Rosen bekommt Claudia Mech für ihre Lebensgeschichte. Danke, dass Sie sie mit mir geteilt haben. Ich bin beeindruckt, absolut beeindruckt.

Fazit: Ein Roman, der schwer im Magen liegen bleibt und zum nachdenken anregt. Er sticht für mich jedoch durch seine einfache und klare Schilderung eines so schweren Themas ganz klar hervor und bekommt deswegen 5 von 5 Schneeflocken. Ich wünsche der Autorin für die Zukunft nur das Beste.


Buch auf Amazon.de

Dienstag, 25. März 2014

Marc - Staten - Bloggeraktion

Hallöle liebe Leute,

anlässlich der Bloggeraktion von Tharah Meester, einer geschätzen Kollegin in der Bloggerwelt, möchten wir euch heute ihren, vor einigen Monaten erschienen, Auftakt der Trilogie um Marc Staten vorstellen.

Volume 1 ist bereits bei amazon.de erhältlich und das zu einem wirklich günstigen Preis. Sowohl als Taschenbuchausgabe als auch als eBook zum runterladen.

(Quelle: http://tharahmeester.blogspot.co.at/p/bloggeraktion.html)

KLAPPENTEXT: 

Der Aufreißer Marc Staten leiht sich einen Lamborghini, um die reservierte Rebecca Idlewood damit zu beeindrucken. 
Tatsächlich kommt sie in dieser Nacht mit ihm nach Hause und verbringt leidenschaftliche Stunden mit ihm, doch irgendwie kommt es am nächsten Morgen anders, als erhofft.
Denn nicht nur Rebecca, sondern auch der teure Wagen sind verschwunden. Zusammen mit seinem kleinen Bruder Thomas und seiner besten Freundin Tessa begibt Marc sich auf einen spannenden Roadtrip, um das Verlorene wiederzufinden... 

Und gleich noch den zweiten Band - dieser ist ab 30. März 2014 ebenfalls bei amazon.de erhältlich:

(Quelle: http://tharahmeester.blogspot.co.at/p/bloggeraktion.html)

Für weitere Infos:
Blog der Autorin
Seite auf Facebook
auf amazon.de zu kaufen!

Wenn ihr selbst Blogger/in seid, dann könnt ihr bei der Aktion auch selbst mitmachen. Unter folgendem Link findet ihr alle wichtigen Details zur Teilnahme und könnt vielleicht einen der Preise ergattern.


Viel Glück und Spaß beim Lesen
Rosenrot

Montag, 24. März 2014

Geschichten zusammen schreiben, literarische Weltenbummler Geschichten

Aloha ihr Lieben :)
Zusammen mit den Lieben von Buecherfans haben wir uns gestern eine kleine Aktion überlegt. 




Awards gibt es viele, doch keiner ist wie unserer! Warum? Ganz einfach, wir vergeben keinen Award für den schönsten Blog oder den besten Blogger, wir vergeben einen Award an Blogs die wir nicht kennen, deren Seite wir aber toll finden. Denn wir wollen euch besser kennen lernen. Wissen wer ihr seid, wie ihr tickt. Also macht mit, lasst uns uns alle besser kennen lernen und Spaß dabei haben.
Einfach Fragen beantworten, Award an 2 Blogs weitergeben die du gerne besser kennen lernen würdest und zusammen durch die Welt der Bücher reisen.




  1. Wenn du in eine Bücherwelt reisen könntest, welche wäre das und warum?
  2. Wer ist dein bester „Buchfreund“ und warum passt ihr so gut zusammen?
  3. Weißt du noch welches dein erstes Buch war und wie du dich beim lesen gefühlt hast?
  4. Welches Buch war das erste bei dem du die ganze Nacht lang durchgelesenen hast? Warum?
  5. Stell dich und dein Blog in 5 kurzen Stichpunkten vor ( Hobbys, Entstehung, aktuelle Aktionen....)
  6. Dein allerliebstes Lieblingszitat?


 Wir möchten eure Geschichten hören:


Viel Spaß <3

"Vor uns die Nacht" von Bettina Belitz


Wir tun uns wirklich schwer mit dieser Rezension. Haben lange überlegt, diskutiert und uns nun doch durchgerungen eine zu schreiben. Kein anderes Buch hat es bisher geschafft uns so sehr zu entzweien. Meistens waren wir uns ziemlich einig, oder zumindest konnten wir die Meinung des anderen nachvollziehen, doch bei „Vor uns die Nacht“ war das anders. Ich liebe das Buch. Es hat mich total beeindruckt und zum nachdenken gebracht. Rosenrot hingegen hasst das Buch fast schon ;) Konnte kaum etwas davon nachvollziehen. Wir beide fühlten uns eigentlich außer Stande etwas darüber zu schreiben, was bei mir nicht in, 'ich kann euch gar nicht sagen wie gut es ist' und 'ähm' und 'öhm' und bei Rosenrot in 'Ich kann das einfach nicht nachvollziehen' geendet hätte. Doch nun, hier ist sie, die Rezension, die es für mich nicht geben sollte, da ich nicht im geringsten ausdrücken konnte wie viel es mir gebracht hat. Ich bin damit gewachsen, hab mir über mich selbst Gedanken gemacht. Doch ich finde es mitzuteilen wenn man etwas gut findet, damit andere vielleicht auch etwas davon haben, daher hier unsere Rezi:

Diesen Standpunkt kann ich nur untermauern. Wir waren uns so unneinig wie nie. Deswegen glaube ich ist es nötig an dieser Stelle eine Warnung auszusprechen. An alle Leserinnen da draußen, die „Vor uns die Nacht“ bereits gelesen und das Buch geliebt haben: Wenn ihr nur in unseren Blog reinschnuppern wolltet, um zu erfahren, was ich so über das neue Buch von Bettina Belitz denke, dann hört an dieser Stelle bitte auf zu lesen. Denn auch wenn eigentlich totale Objektivität bei einer Rezension angebracht ist, konnte ich diese nicht vollkommen wahren und das im negativen Sinne. Also tut euch einen Gefallen und lest nur die Rezension von Schneeweißchen ohne meine Kommentare.
Für alle anderen: Wohl bekomms.
UND: In fast allen meinen Kommentaren sind spoilerartige Andeutungen enthalten, also VORSICHT!!!

Schon wieder eine gescheiterte Beziehung. Für die 21 jährigen Ronia bricht eine Welt zusammen und sie fällt in ein tiefes schwarzes Loch. Warum schafft sie es nicht Beziehungen aufrecht zuhalten? Was macht sie nur falsch? Auch ihre Familie und ihre Freunde können sie nicht aus diesem Loch ziehen. Zu alledem ist auch noch Weihnachten, das Fest der Liebe. Doch Ronia weiß wie sie es sich erträglicher machen kann. Sie betrinkt sich in einer Kneipe im Dorf. Und dann, auf einmal ist er da, Jan. Und Ronia weiß eins, dieses mal soll es anders werden. Nie wieder soll sie ein Typ so sehr verletzten können wie ihr Ex. Ab sofort will sie nur Spaß, mehr nicht. Keine Gefühle.
Ihre Freunde und ihre Familie warnen sie vor Jan. Sie soll sich von dem attraktiven, drogenabhängigen Kriminellen fern halten. Doch für Ronia scheint das keine Möglichkeit zu sein, denn irgendetwas zieht sie zu ihm. Gegen alle Warnungen trifft sie sich mit ihm und sie lernen sich besser kennen. Aber eins schafft sie nie, ihn zu durchschauen. Dabei ist ihr gerade das so wichtig. Doch dann kommt eins zum anderen und Ronias Welt scheint erneut aus den Fugen zu geraten. Aber wird ihr Jan zur Seite stehen?

Allein der erste Satz hat mich schon in seinen Bann gezogen.(SPOILER) „Für einen Flügelschlag unserer Seelen halten wir inne. Zeit löst sich auf. Alles wird ewig.“ („Vor uns die Nacht“ von Bettina Belitz. Anfang)(SPOILER ENDE) Und ab da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Gar nicht mehr. Ich hab es an einem Stück durchgelesen. 
Zu Anfang des Buches erging es mir da genauso. Ich war voller freudiger Erwartung, an die neue Gesichte von Frau Belitz herangegangen, da ich ihre vorangegangenen Roma sehr geliebt und geschätzt habe. Allen voran: Linna singt.
Gestartet bin ich also mit einem positiven Grundgefühl, wieder begeistert zu werden.
Doch leider hat das, anders als bei Schnee, schnell ins Negative umgeschlagen. Ich versuchte noch teilweise Ronia zu verstehen, warum sie so handelte wie sie handelte und warum sie so dachte wie sie dachte, aber ab einem gewissen Punkt ging mir das total ab.
Immer mehr bekam ich das Gefühl, dass sie mit sich selbst im Unreinen ist und noch etwas zu klären  hatte. Aber auf diesem Weg der Selbstfindung, der Liebe zu sich selbst und zu ihren Mitmenschen verkennt sie nicht nur sich, sondern auch ihre Freunde.
Ronia und ich wurden sofort warm miteinander und ich fand daher gleich in die Geschichte rein, die mich dann auch nicht mehr losgelassen hat. Der Schreibstil der Autorin empfand ich wie gewohnt als sehr leicht und fließend, gleichzeitig aber auch als tiefsinnig und mitfühlend. Vor allem die poetisch angehauchten Szenen haben es mir besonders angetan und zeigten mir aufs neue, wie sehr ich den Schreibstil der Autorin liebe.
Durch andere Bücher von Bettina Belitz kannte ich ebenso wie Schnee schon den Schreibstil der Autorin. Der grundlegend gleich geblieben ist – nämlich fesselnd, spannend und gut formuliert – doch in diesem Fall wurde ich knallhart enttäuscht. Wahrscheinlich ist es auch nicht der richtige Ansatz, sich auf gewisse Dinge beim Lesen zu verlassen, bevor man das Buch überhaupt angefangen hat. Das baut nur Erwartungen auf, die, wie in diesem Fall, nur allzu leicht zerstört werden können. Aber gerade das ist mir bei diesem Buch passiert und ich empfand das lesen als anstrengend, langweilig und teilweise nur als lästige Aufgabe, weil ich eben am Ende darüber schreiben musste. Bestimmt hätte ich den Schreibstil aber auch besser bewertet, wenn mir die Geschichte an sich und vor allem die Protagonistin nicht so total unsympathisch gewesen wäre.
Sie machte es für mich ziemlich einfach die Charaktere kennenzulernen. Besonders Ronia. Wir waren sofort auf einer Welle und ich hab mit ihr gelitten und mich mit ihr verändert. Ich glaube das ist mir bei keinem anderen Buch so extrem ergangen wie bei „Vor uns die Nacht“. Durch die Situation am Anfang, dass Ronia schon wieder verlassen wurde und sich klein und unbedeutend fühlt, hab ich sie sofort verstanden. Auch ich habe so etwas schon erlebt. Doch während des Buches macht sie eine total krasse Wandlung durch, entwickelt sich weiter, lernt sich selbst neu kennen und dabei steht ihr Jan zur Seite. Durch ihn kann sie aus ihrem Alltag, in dem sie gefangen war, ausbrechen und über sich hinauswachsen. Sie hat mich regelrecht beeindruckt und ich bewundere ihre Stärke und wünsche mir ein bisschen was davon. Im Mittelteil hatte ich aber etwas Probleme mit ihr. Sie fixiert sich auf Jan, vergisst alles andere, vernachlässigt Freunde und Familie. Macht es falsch, fällt, steht dann jedoch wieder auf und macht es besser. Das war einer der Gründe wieso ich sie so echt finde. Sie macht einen Fehler, wie jeder andere, doch dann sieht sie ein was sie getan hat, bessert sich und entwickelt sich weiter.
Ich fand Ronia schlicht und einfach nur anstrengend und nervtötend. Zeitweise habe ich sogar überlegt das Buch abzubrechen, weil ich mit ihrer Art einfach nicht klar kam.
Warum wundert sie sich beispielsweise immer wieder über die Abweisungen ihrer Freunde, wenn sie sie selbst verursacht hat? Sie hat ihren Blick nach Innen gerichtet und das schließt nun mal alles außerhalb aus. Is doch klar, dass Freundschaft eine wechselseitige Beziehung ist und wenn sich einer der Parteien irgendwann um den anderen nicht mehr schert, dann passiert das auf der anderen Seite genauso.
Was mich auch irritiert hat sind Ronias ständige Widersprüche. Auf der einen Seite hat sie Angst sich zu binden, einem Typen zu vertrauen, durch ihre negativen Erfahrungen. Aber auf der anderen Seite macht sie ihre Gefühlwelt, ihre Gedanken und ihre Handlungen zu 100 Prozent von Jans Worten und/oder Taten abhängig. Was tut er? Warum meldet er sich nicht? Was fühlt er, was denkt er,….?
Tausend Fragen über ihn und seine Person, die sie von der einen Depression in die nächste stürzen. Ist das Innkehr zu sich selbst????
Das mag hart klingen aber manchmal habe ich mich schon gefragt: „Sind Ronias Gedanken vollkommen leer, wenn sie grad mal nicht über einen Typen nachdenken kann?“
Das ist erschreckend und die Tatsache, dass sie, bis Jan kam, sich von der einen Beziehung in die nächste gestürzt hat untermauerte meine Vermutung nur noch.
Sie ist einfach so viel und so oft mit ihren mannigfaltigen Ängsten beschäftigt, dass sie sich dabei selbst immer mehr runterzieht und irgendwann als Trauerklos in der Ecke sitzt, nur noch beschäftigt mit ihrem Selbstmitleid.
Aber Ronia ist ja nicht dauerverzweifelt. Sie taucht manchmal aus ihrem Elend auf, nämlich wenn Jan ihr schreibt oder es Freitag ist und sie ihn sehen kann. Dann findet sich sich urplötzlich wieder wunderschön, sexy, ist selbstbewusst und betrachtet ihre „leuchtenden Augen“ im Spiegel.
Das ist bestimmt Einstellungssache, aber darauf dachte ich nur ein feministischen: Oh man! Und dafür haben Millionen von Frauen Generationen über gekämpft?
Dieses ständige über-ihn-Nachdenken mag damit zusammenhängen, dass die Geschichte vor allem an Freitagen spielt, aber da stellt sich mir automatisch die Frage: Was passiert in der Zeit dazwischen?
Fast nie wird darüber ein Wort verloren. Dieses Konzept ist an sich interessant, weil es diese ganze Atmosphäre zwischen den beiden verdichtet, aber dafür leidet die Spannung und die Handlung an sich. Denn diese großen „schwarzen Löcher“ haben meinen Eindruck nur unterstrichen, dass Ronia in einer männerfixierten Welt lebt.
Aber auch alle anderen Charaktere fand ich sehr gut nachvollziehbar und dargestellt. Sowohl die Haupt- als auch alle Nebencharaktere sind wirklich tiefsinnig und echt skizziert. Von Ronias bestem Freund bis hin zu ihrer Mutter. Jeder hat seine eigene Geschichte und sein eigenes Päckchen zu tragen. Man erfährt immer stückchenweise was wirklich hinter der Fassade der glücklichen Pfarrersfamilie steckt, manchmal fühlte ich mich sogar wie ein Detektiv auf Spurensuche.
Da kann ich ausnahmsweise Schnee zustimmen. Die Nebencharaktere an sich fand ich wirklich gut ausgearbeitet und authentisch. Allen voran Jan, der mit seiner Ehrlichkeit und Klarheit einer meiner Lieblinge war. Auch die beste Freundin Johanna hatte ich während ihrer kurzen Auftritte sofort lieb gewonnen.
Doch auch hier, war das Buch aus der Sicht von Ronia und diese verdarb mir somit wieder komplett die Lust am weitren kennen lernen von Jan, Johanna und Ronias Familie.
Der langsame „Ausbruch aus dem Elternhaus“ ist verständlich und ihre Ambitionen sind nachvollziehbar und klar, aber ihre melodramatischen Auftritte und die vielen selbstmitleidigen Gedanken haben mich nur noch die Augen verdrehen lassen. Sie ist im Begriff sich abzukapseln und sich selbst neu zu erfinden. Das ist ein komplizierter Prozess, aber nichts, was nicht jeder andere Mensch auch im Leben irgendwann tut.
Ich mein, ich kann ja gut verstehen, dass sie sich etwas Neues, Außergewöhnliches im Leben wünscht. Weg von ihrem alltäglichen Leben in der Heimatstadt, aber eine Rebellion mit Kollateralschäden? Da bin ich dagegen. Denn es geht ja nicht um irgendwelche Leute, sondern ihre Freunde, die sich lieben, schätzen und immer unterstützt haben. Da allen voran Jonas, er liegt ihr nicht mehr wie ein hechelnder Welpe zu Füßen und sie wundert das dann – WAS, bitte? Ronia schafft es in dem ganzen Buch ja nicht einmal Jonas zu fragen, wie es ihm geht. Ihre Reaktion darauf: Sie hat schon wieder Angst und zerfließt in Selbstzweifeln, schwülstige Formulierungen inklusive. Dabei vernachlässigt sie nicht nur ihre Freunde, sondern auch ihre Leidenschaft, die Archäologie. Ich dachte wenigstens das wäre ihr nicht egal. Erhofft hatte ich mir an der Stelle vielleicht ein bisschen etwas über ihre Arbeit generell, eine Vorlesung, ein Gespräch mit einem Kommilitonen, irgendwas! Gehofft hab ich vergeblich.
Neu für mich war die tiefere Ebene die die Autorin einfließen lässt. Jan bezeichnet Ronia als Hexe und sie kann ihm bis in die Seele blicken. Ich muss zugeben, durch die für mich ziemlich wenigen Informationen die im Buch selbst aufkommen hab ich diesen Aspekt des Buches wahrscheinlich nicht in Gänze verstanden. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Informationen und genauere Darstellungen gewünscht. Doch da Jan nie etwas erklärt, weiß Ronia natürlich selbst nicht wirklich viel über das Thema, daher war auch dieser Aspekt für mich eher authentisch als hinderlich.
Gut fand ich auch, so wie Schnee es empfunden hat – ja echt jetzt -, dass sich die Dynamik der beiden, wenn sie sich begegneten immer verändere. Ronia war eine andere bei Jan und diese Ronia hat mir besser gefallen. Genauso wie das Austauschen aussagekräftiger Blicke oder das friedliche Schweigen nebeneinander. Das war gut in Szene gesetzt und authentisch umschreiben.
Abschließend konnte ich nur denken. Sie ist eben keine Kämpfernatur, was ja absolut in Ordnung ist, denn jeder ist mal schwach. Aber dieses Mädchen erklärt sich selbst für tot, aufgrund einer Diagnose, die sie noch nicht mal erhalten hat. Es gibt eben Leute, die kämpfen und es gibt Leute, die es nicht mal versuchen. Und das hat mich sehr wütend gemacht.
Allein das Ende hat für mich das Buch gerettet.
Ronias allmählicher Sinneswandel macht sie von einem wimmernden ängstlichen Elend zu einer normalen jungen gefestigteren Frau, die ich sogar ein bisschen gern haben konnte.
Natürlich haben sich ein paar Dinge auch so aufgeklärt, aber es war eine Qual sich durch die ewigen Monologe zu lesen, die für mich so oft keinen Sinn gemacht haben.
Vor allem die letzten 50 Seiten waren dabei eine Wohltat. Endlich passierte mal etwas, das der Gesichte auftrieb gab und so erkannte ich die gewollte Tiefsinnigkeit in der Liebe zwischen Ronia und Jan. Das fand Anklang in mir. In meinem Kopf bleibt sie wohl das Mädchen am Meer und anders möchte ich sie nicht in Erinnerung behalten.

Fazit: „Vor uns die Nacht“ bekommt 5 von 5 Schneeflocken. Ein Meisterwerk das es sich lohnt zu lesen. Die Autorin trägt den Leser durch die wundervolle Geschichte die einen nicht mehr los lässt und zum nachdenken bringt. Ein Roman der es in sich hat und nichts für zwischendurch ist.

Fazit: Von mir bekommt das Buch klägliche 2 von 5 Rosen. Und diese gebühren alleine dem Ende der Geschichte, das mich davor bewahrt hat das Buch genervt in die Ecke zu schleudern. Aber an sich will ich das Buch nicht nochmal lesen und würde es niemandem empfehlen. Das mag hart klingen, ist aber ehrlich.  

Alles Liebe
Euer Schneeweißchen und Eure Rosenrost

Freitag, 21. März 2014

Gewinner des Gewinnspiels "Morgentau"

Guten Abend :)

Ich habe grade die Gewinner ausgelost! Eure Antworten waren ziemlich ausgeglichen, auch wenn der Winter ein bisschen hinten anstehen musste, wer hätte es gedacht :D


 

Das Poster hat Elena gewonnen.

Der Collegeblock geht an Jacqueline.

Und über eine Postkarte dürfen sich Anja, Ulrike und Iris B. freuen.



Herzlichen Glückwunsch!! :D Ich hoffe ihr habt Spaß damit. Ihr müsstet mittlerweile alle eine eMail von mir erhalten haben.

Wir wünschen euch einen wunderschönen Abend.

Eure Schwestern Grimm

Mittwoch, 19. März 2014

Omnia Vincit Amor von Jennifer Wolf

 (Copyright:CarlsenImpress)

Hat es Miri eigentlich je leicht? Nein, denn kaum ist der Anschlag von Krishan auf Miri und Elias am Flughafen vereitelt worden, formieren sich dessen Anhänger erneut, um seine Ziele schlussendlich doch durchsetzen zu können. Aber nicht nur in den eigenen Reihen herrschen Tumulte, auch die menschliche Bevölkerung ergreift einschneidende Maßnahmen zur Bekämpfung des Blutraubes durch die Vampire. Sie stellen einen Impfstoff her, der die bissigen Nachbarn vor körperlichen Übergriffen abhalten soll. Aber eines bedenken die werten Herrschaften nicht dabei: Ein Vampir auf der Jagd ist gefährlich, tötet aber im Normalfall nicht. Ein Vampir der am Verhungern ist, gerät in den Blutrausch, indem er weder Freund von Feind kennt. Als Elias sich auf eine Geschäftsreise begibt und Miri zu Hause mit ihren Schwangerschaftshormonen kämpft, spitzt sich die Lage immer weiter zu. Denn die Aufständigen werden immer aggressiver und verüben sogar Anschläge auf Miri.


Es ist zu Ende. Jetzt ganz offiziell. Aber noch nicht so ganz, denn laut Gerüchten unter Bloggern plant Frau Wolf weitere Teile über die Welt der Sanguis Trilogie zu schreiben. Dabei werden aber nicht Mriam und Elias im Mittelpunkt stehen, sondern die Generation 2.0. David Groza wird der neue Protagonist der hoffentlich irgendwann erscheinenden Reihe. ( Jennifer Wolf, Falls Sie das lesen, erlösen sie unsere armen Seelen und schreiben sie weitere Teile zu den Grozas! BITTE!!!! )
Aber jetzt erst mal zu diesem Buch. Wie immer glänzt die Autorin auch in diesem Band mit einer unschlagbaren Mischung aus Humor, Action und Liebe, die sie jedes Mal aufs neue, in der genau für das Buch zugeschnittenen Dosis einzuteilen weiß. In diesem Fall überwog doch die Aktion, denn von der ersten Zeile bis zum letzten Wort – mit einigen kleinen Ausnahmen – geschieht eigentlich ununterbrochen etwas Aufregendes. VORSICHT SPOILER: Sei es der Verlust eines geliebten Lebewesens, die Geburt des langersehnten Calimero oder der Auftritt des One-Night-Stands von Elias. Natürlich passierte das lang vor Miris Zeit. (Das stimmt, spannend war es auf jeden Fall! Mir leider ZU spannend. Oder anders ausgedrückt, ich hatte gar keine Verschnaufpause. Mir hätten ein paar mehr ruhigere Szenen mit der Familie nicht geschadet. Die Charaktere waren wie in den Bänden davor wieder perfekt. Super dargestellt und für mich nachvollziehbar. Ich hab sie als alte Freunde begrüßt und bin gern mit ihnen auf diese Reise gegangen. Auch den wunderbaren Schreibstil hat die Autorin beibehalten und mich damit sofort um ihren kleinen Finger gewickelt.)
Absolut überraschend war dabei das Ende. In vielen Vampirbüchern hört eine Reihe oder ein Einzelband mit einer schönen Szene auf. Also sie küssen sich und Friede Freude Eierkuchen. Was aber viele Menschen nicht dabei bedenken ist die Tatsache, dass die Unsterblichkeit einem die Liebe für immer schenken kann, aber nicht die Liebe aller Liebenden für immer. So rüttelt Frau Wolf einen mit ihrem offenen und leider so wahren Ende wach, was das angeht. Der Verlust geliebter Menschen ist einfach im Leben unvermeidbar. Und mit diesen Verlusten lernt man zu leben, vergisst sie aber niemals oder überwindet sie vollkommen. Das bringt die Liebe so mit sich. (Da stimme ich dir zu, auch für mich war das Ende eine richtige Bombe, auf die ich gerne verzichten hätte können. Lieber wäre ich noch ein Weilchen länger in meiner perfekten Welt von Miri geschwebt. Trotzdem denke ich musste das sein, denn auch de Ehrlichkeit die in den 3 Büchern ein großes Thema spielt macht sie zu dem was sie sind.)
Trotz alledem war es ein fesselnder Genuss sich all diesen liebenswerten Charakteren wieder widmen zu dürfen. Sicherlich wird das ein oder andere kritische Leserauge womöglich ein paar Logikfehler entdecken, dies oder jedes anprangern. Das ist jedermanns Recht, aber wie schon beim ersten Teil, war das eines dieser Bücher, denen ich mich einfach hingegeben hab. Es ging mir nicht um brillante Dialoge oder großartige Szenerien, sondern darum die Geschichte mit all ihren Fehlern zu erleben. Und an genau solche Bücher erinnere ich mich immer wieder gerne. (Da muss ich dir ein wenig widersprechen. Ich fand dieses Buch gerade so toll, weil es brillante Dialoge und großartige Szenen hat, die mich sofort mitgerissen haben. Es ist so natürlich geschrieben, dass ich mich nicht wie ein Leser sondern eine Figur im Buch gefühlt habe. Daumen hoch für so viel Talent!)

FAZIT: Für jedes Lächeln, dass mir ein blöder Witz ins Gesicht gezaubert hat und jede schlaflose Nacht, die mir der turbulente Plot geschenkt hat, bekommt Jennifer Wolf 5 von 5 lese-begeisterte Rosen zu ihrem Abschluss. Aller weiblichen Jugendlichen zwischen 13 und 20 da draußen, greift zu solange das Buch so günstig ist!

Fazit: In diesem Buch werden Spannung, Humor, Tiefsinn und ein super Schreibstil vereint. Es steht seinen Vorgänger Bänden in keinster Weise nach und ist ein super Abschluss der Trilogie, die hoffentlich keine Trilogie bleiben wird :D. Jedoch geht es mir an manchen Stellen zu turbulent zu und ich hätte mir etwas mehr Ruhe gewünscht um die wirklich schweren Brocken der Handlung verdauen zu können. 4 von 5 Schneeflocken und ein „Hoffentlich gibt es einen weiteren Teil aus der Sanguis Welt“ für Omnia vincit amor.


Buch auf amazon
Homepage der Autorin

Blutige Grüße Schnee und Rose

Dienstag, 18. März 2014

Film: Saving Mr. Banks


Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es in diesem Film um die allseits bekannte und geliebte Geschichte: Mary Poppins. Diese ist ein verzaubertes Kindermädchen, das eines Tages bei der Familie Banks auf der Fußmatte steht, um den dortigen Haussegen wieder ins Reine zu bringen. Die Kinder vernachlässigt, der Vater überfordert mit der Kindererziehung und versunken in seinem Job als Bankier und die Mutter mit ihrem Kampf für die Suffragetten beschäftigt, schaltet sich Mary Poppins ein, den beiden Jane und Michael Banks wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und den Eltern zu zeigen, wie sie ihre Kindern kennen und lieben lernen. Der US-amerikanische Fantasy-Musicalfilm basiert auf dem gleichgenannten Buch, geschrieben von P. L. Travers.
Und genau um diese – ich gebraucht mal das Adjektiv - exzentrische Frau geht es. Nämlich um ihre Geschichte. Die Banks haben wirklich existiert und auch Mary Poppins, wenn auch auf weniger magische Weise. Die Kindheit von Pamela Travers (ihr richtiger Name lautet Helen Garth) war keine einfache. Ihr Vater war ein unverbesserlicher Träumer, der seine Phantasie vor allem mit zu viel Alkohol zu beflügeln pflegte und ihre Mutter kam nicht gegen ihren Ehemann an. Alleine mit drei Kindern und dem Haushalt, war sie kurz vor dem Zusammenbruch.
Was tat also Pamela im reiferen Alter, um ihre Vergangenheit Herr zu werden? Sie schrieb ein Buch, indem ihre Geschichte ein gutes Ende nahm.
Nach dem großen Erfolg ihres Romans wurde auch der bekannte Walt Disney – Begründer der Disney-Filme – auf ihr Buch aufmerksam, denn als seine Kinder noch klein waren, las er ihnen immer aus diesem Buch vor und schwor sich, eines Tages die Verfilmungsrechte für seine Firma zu bekommen.
Nach zehn Jahren des Bitten und Bettelns schaffte er es Pamela dazu zu bewegen, für einige Tage nach Hollywood zu fliegen, um zusammen mit einem Drehbuchautor und zwei Komponisten eine Ausarbeitung zu erstellen, die allem Parteien zusagt. Denn die große P.L. Travers hat sehr genaue Vorstellungen wie eine Verfilmung ihres Buches auszusehen hat und um diese umzusetzen geht sie keine Kompromisse ein. Aber die Filmrechte sind noch nicht übergeben, und so entbrennt eine heftiger Kampf zwischen Mr.Disney und Mrs. Travers.

Wahrscheinlich fast jedes Kind auf dieser Welt kennt die Geschichte um Mary Poppins und die Banks aus dem Londoner Kirschbaumweg 17. Doch die Geschichte hinter dem Buch ist so gut wie niemanden bekannt. Und deswegen hatte auch ich anfangs keine Ahnung, was genau in diesem Film auf mich zukommen würde.
Eine Schande, dass so wenig über eine so große Autorin öffentlich ist, denn der Film ist absolut grandios. Eine mehr als authentische Emma Thompson mimt an der Seite des großartigen Tom Hanks eine überzeugende P.L. Travers. Von der Gestik über die Mimik bis zum Tonfall spiegelt sie das Wesen der echten Autorin bravurös wider. Die doch sehr eigenwillige Mrs. Travers ist leicht reizbar, sehr englisch und duldet kein ausschweifendes Benehmen – unter diese Kategorie fallen auch Dinge wie strahlendes Lächeln, zu viele Süßigkeiten zu sich zu nehmen und ein offener Charakter.
Aber auch die Wandlung gelingt der Hautdarstellerin ausgezeichnet. Stück für Stück erwärmt sich die gute Mrs. Travers für die amerikanischen Sitten, wenn auch sehr widerwillig, und erkennt, dass am Ende jeder seine eigene Mary Poppins hat und braucht.
Wer hätte auch gedacht, dass aus einer Auseinandersetzung um Filmrechte ein warmherziger Hollywoodstreifen zu machen ist. Aber ich wurde eines besseren belehrt, denn wenn Mrs. Travers und Walt Disney mit ihren absolut gegensätzlichen Temperamenten und Lebenseinstellungen aufeinander treffen, ist das oft sehr witzig. Jedoch bringt die Geschichte auch Tiefgang mit sich. Die raffiniert gesetzten Rückblenden aus dem Leben der Schriftstellerin offenbaren dem Zuschauer Stück für Stück die Hintergründe der Lebensgeschichte.
Man identifiziert sich mit Pamela Travers und versteht warum sie der Mensch geworden ist, der sie ist. Plötzlich ist sie nicht mehr die anstrengende Despotin, die versucht jeden vor den Kopf zu stoßen, sondern eine Frau, die in jungen Jahren viel durchmachen musste und das mit Hilfe ihrer Schreibkunst verarbeitet hat.
Nebenbei wird viel über das Filmemachen erzählt, und zwar nicht wie sonst üblich über die Dreharbeiten (die werden völlig ausgespart und so spielt etwa Julie Andrews kaum eine Rolle), sondern über die Vorproduktion, in der noch am Drehbuch und den Musicalsongs gearbeitet wird, die Kostüm- und Kulissenentwürfe entstehen, über die Besetzung entschieden und die Rechtefragen geklärt werden.

Fazit: Saving Mr. Banks erhält von mir 5 von 5 brillierenden Rosen. Ein zauberhafter Film, der wirklich sehenswert ist. So menschlich und echt, dass man ihn einfach nur lieben muss.

Fazit: Diesesmal von mir nur ein Fazit, da ich zu diesem Film nur sagen will: SCHAUT IHN! Ein wunderbar tiefsinniger Film der Mary Poppins noch besser macht als sie eh schon ist! Es lohnt sich wirklich ihn anzuschauen. Am Ende saß ich total verblüfft im Kino und musste erstmal alles sacken lassen! Von mir gibt es also auch 5 von 5 Schneeflocken!


Trailer zum Film
Mary Poppins der Film zum Buch

märchenhafte Grüße
Eure Rose und Eure Schnee

Sonntag, 16. März 2014

Sonntagsschmankerl: Unnützes Wissen

Genießt völlig unnötige und uninformative Fakten über unsere Welt. Merkwürdig Schauen oder Grinsen ist erlaubt und erwünscht!


1. Eau de Cologne war ursprünglich ein Mittel gegen die Pest.
2. Die Erbse ist das älteste bekannte Gemüse.
3. Das Wort “Manhattan” entstammt einer alten Indianersprache und bedeutet “der Ort, an dem wir betrunken waren”.
4. Die erste Sportart mit Weltmeisterschaft war Billiard.
5. Der längste Satz in einem Buch besteht aus 823 Wörtern, geschrieben von Victor Hugo im Roman „Les Miserables“
6. Kein US-Präsident war Einzelkind.
7. Unser Trinkwasser ist etwa drei Milliarden Jahre alt.
8. Menschliche Ohren und Nasen hören niemals auf zu wachsen.
9. Es ersticken jährlich ca. 100 Menschen in Deutschland an Kugelschreibern.
10. Der Magen muss alle zwei Wochen eine neue Schicht aus  Schleim erzeugen, ansonsten würde er sich selbst verdauen.
11. Über die Hälfte aller Menschen haben bereits versucht, ihren Namen in Schnee zu pinkeln.
12. Coca-Cola wäre ohne Farbstoffe grün.
13. Nutella hat einen Lichtschutzfaktor von 9,7.
14. Ab einer Wassertiefe von 10 Meter kann man nicht mehr furzen.
15. 1979 schneite es in der Sahara.
16. Der Azteken-Herrscher Montezuma hatte einen Neffen, Cuitlahac, dessen Name soviel wie “Ein großer Haufen Scheiße” bedeutete.
17. Eine mittelgroße Schönwetterwolke wiegt soviel wie 80 Elefanten.
18. Chopsuey ist eine amerikanische Erfindung, Ketchup eine chinesische.
19. Die Fettschicht von Walen und Robben heißt “Blubber”.
20. Bei den Simpsons ist Gott die einzige Person mit 5 Fingern an den Händen.

Einen entspannten Sonntag noch!
Eure Rosenrot

Donnerstag, 13. März 2014

Morgentau von Jennifer Wolf + Gewinnspiel

 
(Copyright:Carlsen impress)

Eine Umweltkatastrophe hat den Planeten in eine Eiswüste verwandelt, die für Menschen unbewohnbar ist. Doch ein kleines Fleckchen Erde, 2% um genau genommen, wurde durch die Erdgöttin Gaia geschützt. In dieser Siedlung lebt Maya Jasmin Morgentau mit ihrer Mutter als eine der göttlichen Hüterinnen. Um das Gleichgewicht der Welt aufrechtzuerhalten und der Göttin einen Tribut zu zollen wird alle 100 Jahre eine Auserwählte bestimmt, die die Braut der Jahreszeiten genannt wird. Ihr gebührt die Ehre, die vier Söhne von Gaia kennenlernen zu dürfen und anschließend einen von ihnen zu wählen und ihn zu heiraten. Gaias Söhne sind bekannt unter den Namen Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Dieses Jahr ist es wieder so weit und eine der Hüterinnen wird auserwählt werden um die nächsten 100 Jahre n Gaias Welt zu verbringen. Und das unerwartete passiert. Maya wird erwählt und steht nun vor der Wahl. Doch so ganz kann sie sich mit ihrem unveränderlichen Schicksal nicht anfreunden, denn ihr wurden zwar hundert Jahre Leben geschenkt, aber auch ihr altes Leben genommen.

Zuerst einmal hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung an das Buch, muss ich gestehen, da ich schon mehrere Bücher von Jennifer Wolf gelesen habe und ihren Schreibstil immer qualitativ sehr gut fand. Da es sich aber in diesem Fall um eine völlig andere Geschichte mit Charakteren handelt, die von dem Urban Fantasy, dass sie normalerweise zu schreiben pflegt, stark abweicht, war ich dennoch aufgeschlossen. Und was die Handlungsstränge ans sich angeht, hat dieses Buch auch keinen Deut unter dem Stilwechsel gelitten. (Auch ich war gespannt, denn die anderen Bücher von Jennifer Wolf hatten mich alle schon in ihren Bann gezogen. Und durch das wunderschöne Cover wurde meine Vorfreude nur verstärkt. Großes Lob!)
Der Plot war spannend und voller überraschender Wendungen. Mit viel Freude bin ich den Erzählungen von Maya gefolgt, durch das Wirrwarr ihrer Gefühle und die Wendungen in ihrem Leben. Was mich zu den Charakteren führt. Die waren teilweise unberechenbar, was an sich etwas Gutes ist, da das die Spannung hält, aber auch teilweise undurchschaubar, was kritisch zu sehen ist, da ich die Figuren manchmal nicht nachvollziehen konnte. Wieso z.B. gibt sich die Göttin so großzügig gegenüber Maya und warum nur eine Auserwählte? Das wird einzig und allein mit dem Gleichgewicht der Natur begründet, aber an dieser Erklärung fehlt doch ein bisschen der Tiefgang. (Das ging mir anders, ich fand die Erklärungen eigentlich recht simpel dargestellt, dafür, dass Gaia eine Göttin ist und sich eigentlich gar nicht zu rechtfertigen braucht. Außerdem fand ich es ziemlich logisch,, dass in einer göttlichen Welt nur ein Mensch leben kann, da es das Gleichgewicht sonst stört. Jedoch fehlte mir der Tiefgang an anderen Stellen. Viele Szenen sind mir zu kurz gehalten und nur oberflächlich skizziert, das kannte ich bisher so nicht von der Autorin. An einigen Stellen, vor allem den Wochen die sie mit den Jahreszeiten verbringt, hätte ich mir doch etwas mehr Detailreichtum gewünscht. Was für mich ebenfalls ungewohnt war, dass manche Gespräche gestellt und hölzern wirkten. Vor allem die mit den Tiergeistern. Doch das waren meist nur kleine Passagen, die sofort durch etwas anderes wieder wett gemacht wurden.)
Die Protagonistin war mir sehr sympathisch. Etwas wankelmütig zwar und aufbrausend, aber wenigstens versucht sie ihrem Schicksal zu entkommen. Denn mal ehrlich, warum sollte ich mein Leben nach den Wünschen einer Göttin ausrichten? Ja sie wurde dazu erzogen, aber sie reflektiert ihr Verhalten und findet heraus, dass Fragen zu stellen Schwierigkeiten hervorruft, aber unabdingbar in so einer Geschichte ist, die den freien Geist einer Rebellin darstellt. (Das ging mir ähnlich, Maya ist mir eigentlich recht schnell ans Herz gewachsen. War sie am Anfang noch das kleine hörige Mädchen wurde sie mit jeder Zeile mehr und mehr zu einer hervorstechenden Persönlichkeit.)
Nevis – der Winter - fand ich dabei am besten. Er ist ein eher verschlossener Typ, verbittert, durch seine schlechten Erfahrungen mit den Auserwählte – noch nie entschied sich eine Braut für ihn - und ein wenig verzweifelt durch seine nicht enden wollende Einsamkeit in seinem Eisreich. Ein interessanter Zwiespalt, denn normalerweise sind die männlichen Hauptcharaktere eher risikofreudig und selbstbewusst. (Ich hab alle Jahreszeiten zu schätzen gelernt. Jeder ist auf seine Weise besonders. Aber vor allem Jesien war meine Liebling. Vor allem wenn man ihn mit seinen Brüdern vergleicht. Ich fand es ziemlich verblüffend wie gut die Autorin es geschafft hat, die Merkmale der Jahreszeiten in ihren Charakter einzubauen, dafür ein großes Lob.)
Gegen Ende des Buches war ich so sehr gefesselt, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen, denn zum ersten Mal keimte in mir der Verdacht auf, es würde für die beiden Liebenden kein gutes Ende nehmen. Ständig stand ihnen etwas im Weg und der Macht einer Göttin ist nun mal nicht viel entgegenzusetzen. Aber mein energisches Lesen wurde belohnt und ich war zu guter Letzt, trotz all meiner Spekulationen, überrascht. Das war meiner Meinung nach der beste Teil des gesamten Buches. (Das Ende war für mich auch mehr als überraschend und kam mit einem großen Knall.)
Im Großen und Ganzen war es ein guter Start in eine unbekannte Welt für Jennifer Wolf, aber doch, und das muss ich leider gestehen, hab ich mich nicht so sehr in die Charaktere verliebt, wie es in der Sanguis-Trilogie der Fall war. Irgendwie ist der Funken nicht übergesprungen.
Das war allerdings zu verkraften und gelesen habe ich das Buch dennoch gerne.

Fazit: Morgentau erhält von mir 4 von 5 göttlichen Rosen für ein spannendes dystopisch angehauchtes Fantasybuch, das jedem Jennifer-Wolf-Leser sicherlich gefallen wird und jeden Neueinsteiger einen guten Einblick in den Schreibstil der Autorin gibt. Ich persönlich freue mich auf noch mehr, bevorzuge aber ihre Urban-Fantasy Bücher.

Fazit: Alles in allem ein wunderbares Buch für zwischen durch, das sich locker und flockig liest. Daher gibt es für Morgentau auch von mir 4 von 5 Schneeflocken. An einigen Stellen hat mir zwar der Tiefgang gefehlt, doch es hat nie die Spannung verloren und ich bis zum Ende mitgefiebert. Weiter so!

eBook auf Amazon
Homepage der Autorin

Aber das war heute noch nicht alles, denn es gibt auch noch etwas zu gewinnen. Jennifer Wolf hat das Cover des Buches so sehr gefallen (genau wie uns übrigens, es ist der hammer), dass sie Poster, Collegeblöcke und Postkarten hat drucken lassen. Ihr habt heute die Chance einige davon zu Gewinnen. Was ihr dafür tun müsst? Das ist ganz einfach, schreibt uns einfach, welche Jahreszeit ihr bevorzugt und warum. Bitte hinterlasst auch gleich eure Emailadresse, damit wir euch kontaktieren können wenn ihr gewonnen habt. 


(Copyright:Jennifer Wolf)

1.Preis: ein wundervolles signiertes Poster
2.Preis: ein signierter Collegeblock
3-5.Preis. eine signierte Postkarte

Einsendeschluss eurer Antworten ist Donnerstag der 20.03.2014. 
Viel Erfolg.

Einen wunderschönen Abend eure Schwestern Grimm.