Dienstag, 22. April 2014

Rezension zu Die Pan-Trilogie, Band 2: Die dunkle Prophezeiung des Pan


(Quelle: weltbild.de)

Weiterhin steht Felicity unter Mordverdacht, was es nicht gerade einfacher macht die Auserwählte der Elfenwelt zu sein. Da hilft es ihr auch nicht wirklich, den gut aussehenden Lee an ihrer Seite zu haben, der alles tut, um die wahren Mörder zu finden und Fays Leben so einfach wie möglich zu machen. Jedenfalls denkt sie das, bis er eines Tages zu einem mysteriösen Auftrag abkommandiert wird und Felicity merkt wie sehr Lee nicht nur in ihrem Leben verankert war sondern auch in dem ihrer Freunde. Aber immerhin hat sie ja noch Richard Cosgrove, den überaus attraktiven Schauspieler, oder? Als sie in Versaille direkt am Hofe landet, hilft ihr der jedoch auch nicht wirklich weiter. Doch zum Glück taucht Ciaran, Lees Cousin, auf und hilft ihr aus der brenzligen Situation. Und plötzlich scheint er Lees Platz eingenommen zu haben und weicht ihr nicht mehr von der Seite, ganz zu Fays Missfallen. Aber wo bleibt Lee nur so lange? Ihm wird doch nichts passiert sein?

Begeistert vom ersten Teil musste ich gleich danach den zweiten Teil der tollen Pan-Trilogie lesen. (Neugierig war ich auch, wie es denn im zweiten Teil weitergehen würde. Da der erste Band mit einem Cliffhanger endete, war ich froh, den zweiten gleich im Anschluss lesen zu können.) Sandra Regniers Schreibstil ist genau so toll wie im ersten Band und ich war sofort in der Handlung, nachdem der erste Teil ja so abrupt und spannend geendet hatte. Die bildhafte und anschauliche Erzählweise hielt mich das ganze Buch lang in ihrem Bann und sorgte dafür, dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. (Mir war der Schreibstil der Autorin zu platt und hohl gehalten. Aktive Szenen, in denen wirkliche Handlung stattfindet, gelingen Sandra Regnier richtig gut, aber sobald das Buch etwas Tiefe zu gewinnen scheint, wird alles recht schnell und unbefriedigend abgehandelt, wie eine volle Einkaufsliste nach Feierabend im nächstgelegenen Supermarkt. An vielen Stellen habe ich mir mehr von Felicitys Gedanken gewünscht, bzw. einfach eine ausführlichere Beschreibung der Szene. Durch den langen Handlungszeitraum verzerrt sich die Geschichte auch etwas. Dadurch gewinnen bestimmte Schlüsselstellen an Intensität, aber da viel Leerlauf zwischen ihren Zeitreisen oder Jungsgeschichten liegt, in dem sie einfach nur den Schulalltag bestreitet, war ich zeitweise gelangweilt und schweifte mit meinen Gedanken ab. Ein paar Logikfehler sind mit ebenfalls aufgefallen, die der Geschichte ihre Glaubwürdigkeit streitig machen. So unternimmt Felicity zum Beispiel eine Zeitreise ins Frankreich der Marie Antoinette ins Schloss Versaille. Dort ist es ihr nach ihrer holprigen Ankunft sofort möglich sich gut an die dortige Gesellschaft anzupassen und dem Verhalten der vergangen Zeit zu entsprechen. Das machte für mich keinerlei Sinn. Allerdings muss ich erwähnen, dass die Wendungen der Geschichte gut gelungen sind und damit die Stütze des ganzen Buches darstellen. )
Die Charaktere bekommen in Band zwei etwas mehr an Tiefe und viele neue kommen hinzu. Hatte ich zwar viele Charaktere in vorherigen Buch schon kennen und lieben gelernt, war Band zwei trotzdem einige Geheimnisse die ich so nicht erwartet hatte und vor allem Ruby wuchs mir noch mehr ans Herz. Aber auch Ciaran lernte ich besser kennen, auch wenn ich immer noch nicht weiß, ob er zu den Guten oder den Bösen gehört. Da bleibt die Autorin mysteriös. Felicity verwandelt sich in diesem Buch noch mehr als sie es bisher schon getan hatte. Wird selbstständiger und scheint herauszufinden was sie will und vor allem, dass sie kein Loser ist, was wir anderen natürlich längst wussten ;). Damit hat sie mich sehr beeindruckt und ich fand die Botschaft total gut und einfühlsam von der Autorin übermittelt. Ihre Familie hingegen fang ich immer an weniger zu mögen, die schießen ja total den Vogel ab, leider befürchte ich, dass das nicht alles gewesen ist und da noch was kommen wird.
(Im ersten Band war ich von der Protagonistin noch sehr fasziniert. Sie war keine typische Heldin mit ihren zu vielen Speckröllchen, ihrer Schlagfertigkeit und den verzottelten Haaren. Aber leider hatte ich das Gefühl, sie hat sich auf dem Weg zu ihrem Traumgewicht irgendwie selbst verloren. Ständig ist sie am rummeckern und stänkern, was ich von ihr nicht gewohnt bin. Am meisten aber musste ich die Augen über ihren extremen Männerverschleiß verdrehen. Nicht, dass sie mit jedem rummacht  – das ist ganz und gar nicht der Fall –, doch steht einfach jedes männliche Wesen, das in der Handlung auftaucht, auf sie. Das ist nicht nur anstrengend sondern auch unglaubwürdig, Auserwählte hin oder her. Ihr Mitschüler, den sie im ersten Teil geküsste hat, band sie durch diesen Kuss ans sich: Ok. Aber auch ALLE übernatürlichen Wesen?- Lächerlich.

Während Felitcity also für mich immer unsympathischer und hohler wurde, muss ich Schnee beipflichten, was die Nebencharaktere angeht. Diese bekamen einen komplexeren Charakter und gewannen von Seite zu Seite an Wichtigkeit in der Handlung. Ciaran hat mich dabei am meisten überrascht. Anfangs war für mich ziemlich klar, dass er der Bad Boy der Geschichte ist, aber bis zum Ende gibt es dafür keinen wirklichen Beweis. Das machte ihn für mich zu einem interessanten Rätsel, das hoffentlich im letzten Teil aufgeklärt wird. Die Clique um Felicity wird ebenfalls interessanter. Ruby scheint ein Geheimnis zu haben und Paul, ebenfalls ein Mitschüler von Felicity, der mit ihr ausgehen will, wird ein Stückchen ins Zentrum des Geschehens gerückt.)
Aber auch die Elfenwelt ist wunderbar dargestellt, auch wenn ich mir die Elfen etwas anders vorgestellt hatte. Weniger koboldartig, mehr hilfsbereit. Aber ich glaube genau diese Klischees sollten damit aus der Welt geschafft werden. Die Autorin schafft es mit ihrer tollen Art die neue Welt super darzustellen, sodass ich mir alles total detailgetreu vorstellen konnte und sofort im Elfenreich versunken war. (Ging mir auch so. Besonders die Beschreibungen des Elfenpalastes wurden mit guten Vergleichen bedacht, sodass man sich die Kulisse leicht vorstellen konnte)
Ein kleiner Wermutstropfen war es für mich, das Lee die meiste Zeit nicht mit Fay verbringen kann. Mir hat die lockere Art gefehlt mit denen die Beiden miteinander umgehen. Zwar wurde es nie langweilig, sondern blieb die meiste Zeit über sogar spannend, doch Lees Art fehlte einfach, Richard und Ciaran konnten den charmanten Halbelf einfach nicht ersetzen, egal wie sehr sie sich auch anstrengten. Das Knistern, das mich am ersten Band so beeindruckt hatte, fehlte einfach. Gegen Ende wurde es jedoch besser auch wenn ich dann manchmal das Verhalten verschiedener Personen komisch und ziemlich überraschend fand. (Da kann ich nur zustimmen. Man merkte erst wie unterhaltsam das Buch mit Lees‘s ständigen Flitereien und den Schlagabtauschen mit Felicity war, als er für den Großteil des Buches verschwand. ABER: Dadurch konnte sich die Beziehung zwischen Lee und Fay grundsätzlich verändern, denn sie musste sich eingestehen, dass ihr Lee vielleicht doch mehr bedeutet als sie immer behauptete.)
Häppchenweise erfährt man mehr über die Zeitreisen, Avalon und die Elfen, doch das war mir oft zu wenig. Die Handlung zog sich etwas dahin und man kam nicht wirklich voran, wartete nur darauf, dass Lee endlich wieder auftaucht, obwohl die Handlung eigentlich die ganze Zeit weiterläuft. (Genau. Die Spannung nahm gegen des Ende des Buches zu, aber auch die Frustration, durch die nie enden wollende Suche nach Lee.)

Fazit: Alles in allem ein guter Band zwei der  nur wenig hinter dem ersten steht. Jedoch fehlte Lees Art total und manchmal fand ich, dass die Handlung sich in die Länge zog. Nichtsdestotrotz, bringt der tolle Schreibstil der Autorin und die Tiefe der Charaktere einen dazu nicht mit dem Lesen aufhören zu wollen und ich konnte nicht anders als mit Felicity jede Seite mehr und mehr mitzufühlen. Für Fans ein absolutes Muss. Für unentschlossene eine Lesempfehlung! Von mir bekommt Pan 2 wundervolle 3,5 von 5 Schneeflocken.

Fazit: Wie die meisten zweiten Teile von Trilogien, war dieser Band auch enttäuschend im Vergleich zu dem guten Auftakt, aber dennoch lesenswert. Zwar schwächelt die Geschichte an vielen Stellen, aber im Großen und Ganzen kann man einen nennenswerten Handlungsstrang erkennen, der dem Leser Lust am Weiterlesen macht. Allein weil man Lees Gesicht sehen will, wenn Felicity ihn – die Jungfrau in Nöten ;) – rettet. Teil 2 bekommt von mir solide 3 von 5 Rosen. Dranbleiben lohnt sich. 

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Der Verlang: Carlsen Impress


Alles Liebe
Eure Schneeweißchen und Eure Rosenrot

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