Mittwoch, 30. April 2014

Rezension zu Asche und Phönix von Kai Meyer



 

Ständig wechselnde Wohnungen die ihr nicht gehören. Ständig wechselnde Aushilfsjobs, es gibt kaum Beständigkeit in Ashs Leben, außer eine: unsichtbar bleiben. Als sie gerade im Zimmer des berühmten Schauspielers Parker Cale steht um ihn auszurauben taucht dieser plötzlich auf. Und dann hat sie ihn an der Backe. Leider, denn wie soll man unsichtbar bleiben wenn einem der momentan berühmtesten Schauspieler der Welt an den Fersen hängt? So schnell wie möglich will Ash Parker, der keine Lust mehr auf den ganzen Trubel um seine Person hat, loswerden. Das gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht. Denn nicht nur die Presse scheint hinter ihnen her zu sein, sondern auch Chimena. Parkers „Bodyguard“. Auf der Flucht vor dem Rest der Welt lernt Ash nicht nur Parker besser kennen sondern auch eine Welt von der sie bis vor kurzem nicht mal wusste, dass sie existiert. Denn Parker scheint nicht nur körperlich süchtig nach Ruhm zu sein sondern auch  Bodyguards zu haben die gar keine Menschen sind. Aber was ist Chimena dann? Um das herauszufinden begibt Ash sich immer weiter in ein Netz voller Lügen die Parker bisher sein Leben nannte und als ob das nicht schon genug wäre, werden sie auch noch von einem Wesen verfolgt, dass ihnen offensichtlich nach dem Leben trachtet. Schon wenige Tage nach Beginn der Reise können die beiden nur noch mit Mühe entscheiden was Lüge und was Wahrheit, wer Freund und wer Feind ist. Oder besser gesagt wer Mensch ist und wer nicht.

Ich bin ein großer Kai Meyer Fan und freute mich daher sehr als ich das Buch gewann uns es sogar signiert war. Jedoch muss ich sagen, dass mich das Buch dann etwas enttäuscht hat. Aber vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu groß. (Ich habe ebenfalls schon viele Bücher von Kai Meyer gelesen und lieben gelernt. Die Mischung aus Gegenwart, Fantasy und aufregender Reise ist eine unschlagbare Mischung. Im Normalfall. Wie Schnee, war dieses Buch für mich mit großen Erwartungen gespickt, aber haben sich die nicht ganz bewahrheitet.) 
Aber zuerst mal das Gute:
Kai Meyer schmiss mich sofort in die Handlung ohne groß drum herum zu reden, das gefiel mir gut, da ich sofort in der Handlung war. Der Schreibstil war wie immer flüssig und leicht und trug mich nur so dahin. Er ist wie immer genau so bildhaft wie auch nüchtern, nichts wird überflüssig beschrieben oder übertrieben ausgeschlachtet. Der Schreibstil passt perfekt zu der Art von Ash. Trotz des auktorialen Erzählstils den der Autor auch schon in der „Arkadien-Trilogie“ verwendete, waren die Gefühle gut dargestellt. Außerdem machte er es mir möglich Parker und Ash zu gleichen Teilen kennenzulernen. (Den Schreibstil fand ich ähnlich gut. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Kai Meyer trieb die Geschichte voran, ohne sich mit unnötigen Ausschmückungen aufzuhalten. Auch die spannungsreicheren Szenen waren gut ausgearbeitet und haben mir die Situation klar vor Augen geführt. Ash fand ich dabei als Protagonistin sehr sympathisch. Ihre freche und ehrliche Art hat mich schnell für sich eingenommen. Genauso erging es mir zu Anfang mit den Nebencharakteren, bzw. mit den vielen Personen, die im Laufe des Buches auftauchen. Eine große Anzahl an Handlungssträngen fesselt meinen Verstand, weil ich dann unbedingt den Überblick über alles behalten möchte und alles genau verstehen will. Doch dieser zu Beginn spannungsfördernde Teil wurde irgendwann lästig, da den einzelnen Charakteren auf die Dauer nicht gerecht wurde. Alles vermischte sich zu einer großen grauen Masse, die sinnlos zusammengewürfelt schien. Nur Ash mochte ich durchgehend.)
Ash lebt schon eine ganze Zeit lang alleine und schlägt sich eben so durchs Leben. Bisher kam sie ganz gut klar, da ist Parker ein ungebetenes Ärgernis. Die ausgeflippte aber auch nüchterne Ahs gefiel mir sehr gut und war von Kai Meyer sehr gut gezeichnet. Jedoch war mir ihre Vergangenheit, alles was vor Parker war, zu sacht dargestellt, ich mag es einfach wenn ich das Gefühl habe die Personen in Gänze zu kennen. Das richtige Gefühl für sie bekam ich leider nicht, egal wie sehr ich  ihre Art auch bewunderte. Vor allem, dass sie fotografiert aber die Bilder nicht behält finde ich irgendwie toll. Ähnlich erging es mir mit Parker, wobei er leichter zu fassen war. Seine Familienverhältnisse sind total zerrüttet. Die Mutter tot, mit dem Vater hat er erst vor kurzem gebrochen. Doch genau dieser scheint seine Hilfe zu brauchen und da Parker weiß, dass er der Einzige ist der ihm Antworten geben kann versucht er ihm zu helfen. Bis er die absurde Wahrheit hört. (Bei den Protagonisten hatte ich das gleiche Problem, wie Schnee. Die Charaktere hatten beide – Parker und Ash – einen guten Start in dem Buch, sie wirkten auf mich wirklichkeitsgetreu und ich konnte einen persönlichen Bezug zu den Ängsten und Sorgen der beiden aufbauen, aber diese Authentizität ging irgendwann auf dem Weg verloren. Die Geschichte verstrickte sich selbst in seiner Handlung und viele Ereignisse bekamen einen fahlen Beigeschmack. Vor allem, weil ich das Gefühl bekam, dass viele Einzelheiten, die zu bestimmten Enthüllungen geführt haben, gezwungen klangen. Darunter litten dann sowohl die Dialoge als auch die Charaktere an sich. Eine so in sich verworrene und unglaubwürdige Handlung kenne ich von Herr Meyer nicht. Normalerweise besticht er durch seine perfekte Balance zwischen Fantasy und Realität - Schade!)  Kai Meyer macht Ruhm zur Nahrung eines bösen Wesen, das auf der ganzen Welt Packte mit verschiedenen Menschen geschlossen und ihnen so zu Ruhm verholfen hat. Leider vermisste ich die Tiefe der Geschichte. Irgendwie eröffnete sich die Welt um dieses Wesen und auch die Sukkubi, die auch auftauchen, nicht wirklich. Oft fand ich die Handlung eher unlogisch als schlüssig und ich merkte wie sie mich einfach nicht fesseln konnte, zu oberflächlich angekratzt wurde. Die bisherigen Bücher die ich von Kai Meyer gelesen habe besitzen immer einen kleinen Hauch von Magie. Ein Knistern das mich zwischen den Seiten gefangen hielt und nicht mehr losließ. Asche und Phönix besaß diese Magie leider nicht und lies mich leer zurück. (Mit diesem besonderen Knistern lässt sich noch mal gut beschreiben, was ich oben bereits erwähnt habe. Die kontinuierliche Entfremdung durch die vielen Lücken und Ungereimtheiten nahmen mir die Lust am Lesen.)
Ein kleiner Lichtblick war Lucien. Sein Charakter schien das zu besitzen was ich in der Handlung vermisste, den gewissen Glanz der mich ans einen Lippen hängen ließ. Er schien einfach  wahrhaftig zu sein und kein bisschen aufgesetzt.

Fazit: Leider musste ich mich etwas durch die Handlung quälen, da ich mich einfach nicht mit ihr anfreunden konnte. Auch die Charaktere blieben mir die meiste Zeit verborgen und ich bekam sie nicht zu fassen. Der Schreibstil war jedoch leicht und locker und brachte mich dazu bis zum Ende zu lesen. Asche und Phönix bekommt 2,5 von 5 Schneeflocken, nichtsdestotrotz freue ich mich auf alle weiteren Bücher von Kai Meyer und hoffe, dass sich euch das Buch vielleicht besser gefällt als mir :)

Fazit: Trotz des guten Starts, kann ich leider nicht über die vielen Kritikpunkte hinwegsehen, die mir das Buch zu einer lästigen Pflicht haben werden lassen. Auch Ash, als gute Protagonistin, und der flüssige Schreibstil, konnten die immer schlechter werdende Handlung nicht wettmachen. Ich vergebe daher nur magere 2,5 von 5 Rosen. Nicht mal eingefleischten Meyer-Fans (ich gehöre auch dazu) würde ich dieses Buch empfehlen, aber dafür alle anderen Geschichten von ihm. Asche und Phönix ist wirklich kein Paradebeispiel für seine Erzählkunst. 

Zum Buch auf amazon.de
Homepage des Autors
Seite des Verlags (Carslen)


Alles Liebe
Euer Schneeweißchen und Eure Rosenrot

Kommentare:

  1. Danke für eure Rezension. :) Ich mag Kai Meyers Bücher auch sehr gern, aber um dieses werde ich dann wohl einen Bogen machen.

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  2. Phantasmen ist wieder um Welten besser, lies lieber das :)

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