Donnerstag, 3. April 2014

Die Bestimmung von Veronica Roth


Candor – Die Freimütigen, Altruan – Die Selbstlosen, Ken – Die Gelehrten, Amite – Die Friedfertigen und Ferox – Die Furchtlosen. Fünf Fraktionen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und eine Entscheidung, die alle 16 Jährige treffen müssen. Ihr ganzes Leben hat Beatrice bei den Altruan verbracht. Ihr ganzes Leben lang war sie selbstlos. Ihr ganzes Leben soll sich nun ändern. Denn mit dem Eignungstest, der den Kindern bei der Entscheidung helfen soll, stimmt bei ihr etwas nicht. Er kommt zu keinem endgültigen Ergebnis. Sie passt in mehrere Fraktionen, hat eine Begabung für mehrere Sachen, ist nicht eindeutig zuordenbar. Beatrice ist eine Unbestimmte und damit sehr gefährlich für die Gemeinschaft. Sofort weiß sie, dass das niemals jemand erfahren darf. Der große Tag der Entscheidung rückt näher und Beatrice wird immer nervöser. Für welche Fraktion soll sie sich entscheiden? Sie will nicht länger selbstlos sein, das passt einfach nicht zu ihr. Doch wohin gehört sie dann? Zu den Ferox, zumindest entscheidet sie sich dafür. Und damit fängt nicht nur ihr Leben in ihrer neuen Familie, ihrer neuen Fraktion, an, sondern auch die Probleme.
 
Ich muss gestehen, dass „Die Bestimmung“ schon lange in meinem Bücherregal liegt – ungelesen. (Dito!) Ich hab mich nicht recht ran getraut. (Doch daran lag es bei mir nicht. Keine Zeit und ständig kam einen angefangene Reihe dazwischen. :/ ) Doch es hat sich gelohnt es doch endlich zu lesen. (Aber so was von!!!) Die Atmosphäre und der Schreibstil des Buches haben mich sofort in seinen Bann gezogen. Binnen weniger Seiten hatte ich ins Buch gefunden und konnte dann nicht mehr aufhören zu lesen. Die Autorin schreibt sehr leicht und locker, bringt Witze ist aber genau so Ernst wenn es die situation erfordert. Die perfekte Mischung. (Das sehe ich genauso. Sofort hat mich die Geschichte begeistern können und die fesselnde Art der Autorin bestimmte Szenen zu beschreiben war die Sahne auf dem Eisbecher. Dabei ist jede Szene authentisch und realistisch geblieben – soweit man das von einem dystophischen Buch sagen kann. Aber einfach die Tatsache, dass die Protagonistin nicht perfekt ist und jeder Nebencharakter ebenfalls mehr Tiefe aufweist, als man zu Beginn glaubt, war unsagbar spannend. Ich hatte das Gefühl, dass jederzeit eine Wendung kommen könnte, mit der ich nicht rechnete. Jedoch war es möglich sich ein paar Dinge zusammenzureimen, wenn man aufmerksam liest.)
Der Roman wird komplett aus der Sicht der 16-jährigen Beatrice beschrieben. Diese empfand ich als äußerst angenehme Protagonistin. Von Beginn an konnte ich mich wirklich gut in sie hineinversetzen, denn sind wir doch mal ehrlich, wer möchten schon sein ganzes Leben lang allen Selbstlosigkeit entgegenbringen? Ich könnte das nicht. So fieberte ich jede Zeile mit Beatrice, bzw. Tris, mit und schloss sie schnell ins Herz. Wie jede 16-jährige stellt sie sich viele Fragen: wer sind ihre wahren Freunde? Wie soll es weiter gehen? Wie wird die Zukunft aussehen? Das hat sie für mich nur realistischer und greifbarer gemacht, denn das waren Fragen die auch ich mir in diesem Alter oft gestellt hatte. (Beatrice/Tris ist einfach ein toller Charakter. Sie spiegelt die Vielfälitgkeit des menschlichen Geistes wieder, was in der dortigen Gesellschaft verloren gegangen ist bzw. unterdrückt wird. So ist sie eben nicht nur selbstlos, sondern hat strategisches Geschick, hinterfragt alles und erweist sich als mutig. Ebenso ist ihre Unvollkommenheit eine Eigenschaft mit der man sich gut identifizieren kann. Sie macht furchtbare Fehler, die furchtbare Konsequenzen haben. Aber unterm Strich wirkt ihr Auftreten nicht übertrieben oder typisch heldenhaft. Die Umstände machen sie zu einer Heldin. Zu einer, die auch mal Schwäche zeigt, aber daraus auch ihre Kraft bezieht.)
Aber ich mochte auch die Nebencharaktere sehr, besonders Beatrice neue Freunde bei den Ferox fand ich sehr gut skizziert. Jeder hatte seine eigene Geschichte, kam aus einer anderen Fraktion und bekam seine Zeit um diese Geschichte auch dem Leser näher zu bringen. (Jap! Dem ist nichts hinzuzufügen. Mein persönlicher Lieblingscharakter ist dabei Four, der eher als Schatten im Hintergrund in die Geschichte eingeführt wird, aber von Seite zu Seite an Bedeutung gewinnt.)
Bei den Ferox lernt Tris auch Four kennen, er ist ihr neuer Ausbilder. Four war mir anfangs etwas unsympathisch und ich wusste nicht recht was ich von ihm halten sollte. Doch das gab sich mit der Zeit, ich lernte ihn besser kennen und konnte seine Handlungen nachvollziehen. Am Ende war ich sogar total beeindruckt von ihm. So verliebte ich mich zusammen mit Beatrice nach und nach in ihn. Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden ist aber alles andere als einfach. Denn keiner darf es erfahren. In vielen Romanen finde ich die Liebesgeschichten ziemlich schwer nachzuvollziehen, denn für mich verlieben sich die Protagonistinnen meist viel zu schnell in ihren Helden und ohne jeglichen Grund. Hier war das ganz anders. Tris braucht ziemlich lange sich in Four zu verlieben, denn auch ihr ist er anfangs suspekt und sie versteht sein Verhalten einfach nicht, denn irgendwie hat sie das ganze Ausmaß der Situation noch nicht verstanden. (Das geht mir meistens auch so. Das Verlieben in den meisten Büchern passiert oft ohne Grund und übertrieben intensiv. Das war in der Geschichte nicht der Fall. Tris und Four mussten erst lernen sich zu vertrauen und das war nur durch extreme Situationen möglich, die die beiden zusammengeschweißt haben. Ebenso spielte dabei bestimmt die gemeinsame Vergangenheit eine Rolle, die ein Band zwischen ihnen erschuf, das ich nachvollziehbar fand.)
Die Autorin schafft es die Spannung das ganze Buch lang aufrecht zu erhalten. Was unter anderem wahrscheinlich auch daran liegt, dass eine ganz neue Welt erschaffen wurde und man immer wissen will was noch kommt. Das hat mich wahrscheinlich auch am meisten beeindruckt. Veronica Roth schaffte es eine perfekte Welt zu erschaffen, die für mich keinerlei Fragen offen ließ. Dafür ein großes Lob. Ich fühlte mich sofort in der Welt gefangen und wünschte mir ewig darin verweilen zu können. (Das kann ich so unterschreiben. Ich hab so mitgelitten, vor allem gegen Ende, dass ich nichts mehr in meiner Umgebung wahrgenommen habe bis auf die Geschichte, die sich vor meinen Augen entwickelt hatte. Zum Glück haben wir das erste Buch „so spät“ nach Veröffentlichung gelesen, denn jetzt können wir gleich mit dem zweiten Band weitermachen. :P)
Das Ende kam doch irgendwie unvorhergesehen und viel zu früh, deswegen freue ich mich auf Band zwei.

Fazit: Ein Buch, dass alle Facetten in sich zu tragen scheint. Spannung, Drama, Leid, Freude, Freundschaft und Liebe. „Die Bestimmung“ verdient sich 5 von 5 Schneeflocken. Hat man erst mal begonnen es zu lesen, kommt man aus dem Sog der neuen Welt und der Geheimnisse gar nicht mehr heraus.

Fazit: Mein wehmütiges und gleichzeitig aufgedrehtes LeserIch schütte 5 Rosen auf das Haupt von Veronica Rossi, für eine gut durchdachtes dystophisches Buch, das alles bereithält, um einem actionhungrigem Herz Nahrung zu geben, das tief im Inneren die atemlose Spannung mit ein bisschen Drama, Liebe und Menschlichkeit gewürzt hat. Ein must-read für jeden Si-Fi und Dystophie-Liebhaber. So wie mich. ;)


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Alles Liebe
Euer Schneeweißchen und Eure Rosenrot

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