Montag, 24. Februar 2014

Das Geheimnis des Nebels von Pia Hepke

(Quelle: jpc.de)



Die 16-jährige Diana lebt zusammen mit ihrer Mutter in einer Kleinstadt in der das Leben nicht idyllischer sein könnte. Doch seit einiger Zeit wird die Stadt von besonderen Naturphänomenen heimgesucht. Eines Abends bekommt auch Diana diese zu spüren, denn auf dem Rückweg von ihrer besten Freundin Janina gerät sie in einen dichten Nebel. Sie kann die Hand vor ihren Augen kaum sehen und das ihr Heimweg direkt durch den Wald führt macht die Situation nicht besser. Auf einer Lichtung erkennt sie plötzlich ein Schatten, doch ihre Fantasie muss ihr einen Streich gespielt haben, denn sie dachte zuerst sie hätte einen Drachen gesehen, doch dann verließ ein Mensch die Lichtung. Der Nebel musste ihren Blick verschwommen haben.
Am nächsten Tag lernt sie den neuen Mitschüler Adrian kennen, dessen stechend grüne Augen sie sofort in ihren Bann ziehen. Und als ob es nicht besser kommen könnte fahren sie auch noch zusammen auf Klassenfahrt. Der beste Ort um sich besser kennenzulernen. Doch dann kommt alles anders und droht in einem riesigen Desaster zu enden.

Ich muss gestehen, das Buch liegt schon eeeewig und drei Tage bei mir zuhause herum. Dito. Nun habe ich es endlich geschafft es zu lesen und es hat sich wirklich gelohnt. Pia Hepke schafft es mit diesem Buch den wunderschönen Auftakt einer Tetralogie zu gestalten. Das wusste ich nicht, aber gut zu wissen! :D
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen. Am Anfang fand ich ihn zwar noch etwas holprig, das änderte sich aber schnell und sie schaffte es mich mit ihrer Wortgewandtheit  in den Bann zu ziehen.
Das habe ich komplett anders empfunden. Mein ständiges Abschweifen in Gedanken kann ich mir teilweise nicht erklären und teilweise lag es bestimmt an den vielen Sinnwiederholungen, die auf praktisch jeder Seite zu finden waren. Dabei hat die Autorin sicherlich einen guten Satzbau bewiesen, aber ihre Aussagen haben sich viel zu oft im darauffolgenden Satz wiederholt. Die zweigeteilte Erzählperspektive hingegen fand ich vom Konzept her sehr gut. Auf der einen Seite bekommt man aus der Ich-Perspektive von Diana mit, was sie denkt und fühlt in verschiedenen Situationen und auf der anderen Seite was Adrien denkt und fühlt, also der andere Protagonist aus der Er-Perspektive. Dabei kamen allerdings auch wieder Schwierigkeiten auf, da die Autorin oft zwischen verschiedenen Personen gewechselt ist, gemeint ist damit Jason – der ältere Bruder von Adrien – und zeitweise auch Diana. Das hat für Verwirrung bei mir gesorgt und trug wenig dazu bei mein Interesse zu steigern.
Das Geschehen wird größtenteils aus der Sicht von Diana erzählt, was es mir ziemlich leicht machte gut in die Handlung zu finden, denn ich konnte mich sofort in sie hineinversetzen und fand sie als sehr angenehmen Protagonistin. Sie ist eine eher zurückhaltende Persönlichkeit, die nach ihrer Mutter kommt und ihre Gefühle auch gern auf einer Leinwand verewigt. Immer wieder gibt es kleine Einschnitte eines Erzählers der über der Handlung steht was es mir noch besser machte alle Charaktere kennenzulernen, denn so war ich nicht nur auf Dianas Welt beschränkt sondern konnte auch kurze Abstecher in Adrians Welt zum  Beispiel machen.
Die Charaktere an sich waren solide ausgebaut. Nicht unbedingt in ganzen Handlungssträngen, in die sie verstrickt waren, sondern deren Persönlichkeit. Ich finde Pia Hepke hat ein ausgesprochen sensibles Gespür für Situationsauthentizität bewiesen und den Charakteren Tiefe und Vielfältigkeit gegeben. Das findet man so auch nicht in jedem Buch. Die Nebencharaktere fielen mit dabei besonders auf, weil ich für diese mehr Verständnis aufbringen konnte als manchmal für die Protagonisten. Potenzial sehe ich allerdings noch in jeder Person, die Teil des Buches ist, also werde ich dieses Buch mit großer Wahrscheinlichkeit kein zweites Mal lesen, bereue es aber nicht und werde mich auf einen zweiten Band bestimmt ebenfalls einlassen.
Um noch mal auf die Handlung einzugehen war ein bisschen enttäuscht. Viel passierte nicht und das was passierte, war nicht sonderlich überraschend. Spannung kam bei mir überhaupt nicht auf und die Liebesgeschichte war glaubwürdig, weil es keine unsterbliche Liebe auf den ersten Blick war - zum Glück! Aber teilweise war ich auch frustriert, weil ich über Adriens Hintergrund - also was hat ihm zu dem gemacht was er ist, ausgenommen seine zweite Natur - rein gar nichts erfahren habe. 
Denn auch die Nebencharaktere skizziert die Autorin wunderbar. Janina ist die Charakterstarke der beiden Freundinnen und manchmal auch eine echte Egoistin, das machte es für mich nicht immer einfach sie zu verstehen und sie war mir die meiste Zeit eher unsympathisch. Nichtsdestotrotz ist sie Dis beste Freundin und die Mädchen halten zusammen, egal was passiert.
Adrian ist das ganze Buch hindurch eher kryptisch geblieben und sein Charakter hat sich mir noch nicht ganz eröffnet, jedenfalls finde ich ihn ziemlich launisch, was mich manchmal echt genervt hat und ich muss sagen sein Bruder Jason war mir mit seiner freundlichen und offenen Art oft lieber.
Die Handlung schien mir oftmals sehr leicht durchschaubar zu sein, doch die Autorin schaffte es durch viele plötzlich auftauchende Nebenereignisse die Spannung aufrecht zu erhalten und so wurde es nie langweilig, da ich doch nie genau voraussagen konnte was als nächstes passieren würde.
Das Ende war für meinen Geschmack etwas zu offen und kam zu plötzlich. Ich mag es lieber wenn jedes Buch, auch wenn es eine Reihe ist, fertig in sich abgeschlossen ist oder wenn es zumindest so scheint.
Das sehe ich wie Schnee. Die letzte Szene ist nicht in sich abgeschlossen, aber auch kein wirklicher Cliffhanger, dazu fehlte einfach die Spannung am Ende.

Fazit:
Ein wirklich gelungener Einstieg in eine Reihe auf die ich mich wirklich freue. Ich bin gespannt ob es so spannend weiter geht hoffe aber, dass die Handlung nicht ganz so durchschaubar bleibt und dass man Adrian vielleicht etwas besser kennenlernt. Außerdem möchte ich unbedingt wissen ob Diana sich nicht doch für Jason entscheidet, ich würde es ja tun :D
4 von 5 Schneeflocken die sich die Drachen mehr als nur verdient haben.

Fazit:

Von mir gibt’s 3 von 5 Rosen. Abzug gibt’s für den Schreibstil – Geschmack hin oder her -, der mich einfach nicht fesseln konnte, aufgrund der vielen Sinnwiederholungen und der verwirrenden Wechsel  der Er/Sie-Erzähler/innen und für die seichte Art in der das Buch so gut es eben ging vor sich hingedümpelt ist. Es ist mit Sicherheit kein schlechter Fantasy-Roman, aber auch kein herausragender und das spiegelt sich in der Handlung wieder. Positiv habe ich, und das sei an dieser Stelle betont, die paar guten Wendungen bewertet, die die Motivation für mich dargestellt haben weiterzulesen und die gut ausgearbeiteten Charaktere, auf die ich mich gern eingelassen habe.
Ach und um es noch subjektiver zu machen: Wenn Diana sich für Jason entscheidet les ich nicht mehr weiter. ;P
 

Alles Liebe eure Schnee und eure Rose


Der zweite Teil ist sogar schon erhältlich, also zugreifen Mädels: 
Pia Hepke - Das Geheimnis des Feuers! 

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