Mittwoch, 15. Januar 2014

Das Lächeln des Falken 1 von Sabine Reiff

(Copyright: Sabine Reiff)


Gwenyth Mary McDonnall ist eine Frau mit vielen Problemen. Nicht nur, dass sie und ihre Familie von Soldaten enteignet und verschleppt worden sind, nein die Schlinge um Gwens Hals zieht sich immer enger zu, seid ihr Deportationsbefehl unterzeichnet wurde und damit ihre Todeserklärung. Die Briten waren’s mal wieder und wollen der schönen Gwen an den Kragen, denn ihre Familie ist tiefer in politische und militärische Machenschaften zwischen dem neuen Kontinent und Großbritannien verstrickt, als ihr lieb ist. Doch als ihr Schiff einen Schaden erleidet und die Crew gezwungen ist den Hafen von Teneriffa anzusteuern ergibt sich für Gwen die Chance ihres Lebens. Sie schafft es zu fliehen und endet nach einer riskanten Jagt in einem alten Pub. Dort angekommen lernt sie den charmanten Captain Jaque Ferrier kennen, der ihr hilft von der Insel zu kommen. Aber auf seinem Schiff der Alliance angekommen merkt er schon bald, dass er seine schlagfertige Gefangene ihm mehr ans Herz gewachsen ist, als ihm lieb war. Jedoch ist das nicht sein einziges Problem. Die Briten wollen immerhin ihre Gefangene wieder zurück und selbst unter den eigenen Reihen scheint schient nicht alles eitel Sonnenschein zu sein.


Zu Beginn war ich ehrlich gesagt etwas skeptisch. Der gesamte Aufbau der Geschichte schien sehr leicht durchschaubar zu sein. Mädchen hat Probleme, läuft einem gutaussehenden Kapitän über den Weg, er befreit sie all ihrer Sorgen und sie segeln glücklich bis ans Ende ihrer Tage in den Sonnenuntergang.
Aber weit gefehlt. Erstens dominiert die Liebesgeschichte zwischen den beiden kein Stück. Eher die strukturellen Hierarchien und das politische Geschehen drum herum sind zentral und geben dem Buch einen unvorhersehbaren Touch. Unerklärlicherweise fand ich die Liebesszenen teilweise sogar störend. Etwas das ein Buch nicht unbedingt in einem Leser hervorrufen sollte. ( Ich kannte Sabine Reiffs Schreibstil und deswegen wusste ich, dass auch wenn der Klappentext nicht ganz nach meinem Geschmack war, dass es auf jeden Fall lesenswert sein würde. Und ich wurde auch nicht enttäuscht. Die Lebensweise auf einem Schiff war mir mehr als fremd, wurde aber mit jeder Seite, jeder Zeile deutlicher und ich genoss jedes einzelne Wort. Die Liebesszenen fand ich genau im richtigen Maß. Sie überlagerten die Geschichte nicht, sondern waren eher ein netter Nebeneffekt, den ich gerne in Kauf nahm.)
Ständig kommen neue Überraschungen hinzu, die ein völlig neues Licht auf vergangene Ereignisse werfen. Meuterei, Desertation, eine Schlacht auf dem offenen Meer – eine wirklich großartig beschriebene Szene – und die komplexen Hintergründe vieler Beteiligten lassen einen nicht mehr los.(Da kann ich dir nur zustimmen, meine liebe Rose, ich war mehr als nur überwältigt von der detailreichen Beschreibung, und ehe ich mich versah, war das Buch an einem Nachmittag ausgelesen, denn es ließ mich einfach nicht mehr los und ich musste immer wissen wie es weiter geht.)
Mit atmosphärischen Verdichtungen beschreibt die Autorin die einzelnen Situationen und lässt ihre Figuren auf authentische Art agieren. Es kam keine unmögliche Wendung und auch die Gefühle der Beteiligten haben sich logisch nachvollziehbar entwickelt, sowohl die voller Hass als auch die voller Liebe. (Gwen ist wirklich eine tolle Protagonistin. Ich konnte nicht anders als mich in sie hineinzuversetzen. Und mit ihr hab ich mich auch gleich in Jaque verliebt. Die Charaktere sind so perfekt gezeichnet, dass man sie direkt vor einem stehen sehen kann. Und Finn, Jaques bester Freund, hat mich wirklich sehr beeindruckt. Er schien immer zu wissen was das richtige war und immer das Ziel vor Augen zu haben. Gute Laune und Liebenswürdigkeit sind sicher sein zweiter und dritter Vorname.)
Ein kleines, leicht zu übersehendes, Manko hab ich allerdings doch auszusetzten. Das Buch stößt in gewisser Weise gegen meine innere Feministin, das es mir hochkommt. Jaque behandelt Gwen gut, keine Frage, aber er nimmt sich schon immer das was er will, wenn er es gerade braucht. Man merkt einfach, dass die Frau in so einer Welt nichts zu sagen hat und das zeigt sich in jeder Entscheidung die der Kapitän trifft. Manchmal war sie für meinen Geschmack zu unterwürfig und manchmal zu bemüht ja nichts falsch zu machen. Leider ging dadurch im Laufe des Buches ein bisschen der Mumm in Gwens Geist verloren. Zumindest hab ich ihn irgendwann aus den Augen verloren. Die letzte Szene aber hat mich dann wieder völlig umgehauen. Am Schluss hat Gwen gezeigt, dass sie nicht verklärt von Liebe vergessen hat wer sie ist und das gestehe ich ihr neidlos zu.
Und genau diese letzte Szene hat mich dazu bewogen auch den nächsten Teil lesen zu wollen, der in diesem Frühjahr erscheinen wird.
(Ich stimme in dahingehend zu, dass mir Gwen in der ein oder anderen Sache auch zu unterwürfig war, aber ich denke, das hängt erstens mit der Zeit zusammen in der sie geboren wurde und zweitens zeigt sich doch an bestimmten Situationen und Handlungen immer wieder, dass sie nicht einfach so aufgibt und man nicht einfach so mit ihr machen kann was man will. Deswegen war Gwen für mich genau richtig, denn sie passte in die Zeit und sie passte zu der ganzen Atmosphäre, denn sind wir doch mal ehrlich, alles was Jaque sich genommen hat, hätte sie ihm sowieso gegeben ;))


Fazit:
Das Lächeln der Falken Band 1 bekommt von mir 4 von 5 Rosen. Ein schöner Schmöker den man im Sommer am Strand oder im Winter bei Kerzenschein genießen kann. Die gute Mischung aus Abenteuer und Liebe ist es allemal wert gelesen zu werden. Seefahrtfans und Liebesromanleser/innen finden hier einen schönen Zeitvertreib zu einem atemberaubend günstigen Preis. Ich werde es in jedem Fall meinen Freundinnen weiterempfehlen.


Damdamdamdaaaam, Fazit: Da dieses Buch absolut eins meiner Lieblingsbücher wird, bekommt es 5 von 5 Schneeflocken von mir. Ich sehne mich nach dem zweiten Band und hoffe die Zeit vergeht schnell. Sabine Reiff hat für mich alles vereint, was ein guter Roman haben muss, ein bezaubernder fesselnder Schreibstil, eine Geschichte die einen nicht mehr loslässt und Charaktere die so viel Mut wie Tiefgang haben. Daumen hoch!

Also ran an das Buch, fertig, lesen :)




<3 Schneeweißchen und Rosenrot

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