Dienstag, 17. Dezember 2013

"Das falsche Spiegelbild" von Valeska Reon

(Quelle: berlinermodegoere.de)



„Schon wieder ein Buch, das in London spielt, toll“, war mein erster Gedanke zu Valeska Reons Debütroman „Das falsche Spiegelbild“.
Von der Kulisse wurde ich auch wirklich nicht enttäuscht und auch wenn Krimis eigentlich nicht direkt mein Genre sind wagte ich mich nichtsdestotrotz, mutig wie ich bin, an das Buch. (Ging mir auch so. London ist einfach eine wahnsinnig schöne Stadt mit viel Charme. Naja bis auf den Buckingham Palace, der ist in Echt enttäuschend klein.)

Wer ist Melanie Kimber wirklich? Nach einem schweren Sturz von der Tower Bridge erwacht sie in einer Londoner Klinik. Ohne eine Ahnung wer sie ist oder wer sie war und als wäre das nicht schon schlimm genug, kann ihr noch nicht mal ihr Gesicht helfen sich zu erinnern, denn dieses ist völlig bandagiert. Von dem Unfall hatte nicht nur ihr Körper Schäden davon getragen, sondern auch ihr Gesicht wurde völlig zerstört, doch sie hatte Glück im Unglück und einer der besten Plastischen Chirurgen des Landes hatte sich ihrer angenommen. Doch wessen Gesicht war es das ihr im Spiegel entgegen starrte? War das wirklich sie? Und was war ihre Geschichte?
Eine ihrer Schwestern gibt ihr den Namen Melanie und die beiden werden schnell gute Freunde. …. hilft ihr ein neues Leben in London aufzubauen und bald tritt nicht nur ein Mann in ihr Leben sondern auch ein neuer Job.
Doch als alles perfekt erscheint, holt sie die Vergangenheit ein und sie muss sich der Person stellen vor der sich ihr Gedächtnis so lange gefürchtet hat.

Zuerst war ich wirklich etwas überrascht, dass das Buch dem Genre Krimi zugeordnet ist, doch das änderte sich dann in der zweiten Hälfte. (Dito Schnee, ich bin kein Krimi-Fan und war anfangs etwas skeptisch, aber Valeska Reon hat in ihrem Roman auch eine große Portion Liebe ins Spiel gebracht.)
Der Anfang war für mich wirklich schwer, da ich nicht richtig in das Buch hinein fand. Ich kann nicht mal beschreiben woran es lag, da mir der Schreibstil sofort lag. Er ist leicht und fliest nur so dahin. Wahrscheinlich hing das damit zusammen, das Mel nicht einmal selber wusste wer sie war, wie soll sie da dem Leser beschreiben wer sie ist. Mit fortschreitender Handlung wurden wir aber warm und ich schloss sie sofort in mein Herz. (Dem hab ich nichts hinzuzufügen, obwohl mir der Schreibstil nicht von Anfang an lag.) Auch wenn ich sagen muss, dass sie sich für meinen Geschmack zu schnell verliebte. Vielleicht war das für sie nur ein Weg um ein Stück von sich selbst zu finden, doch etwas mehr Zeit hätte sie sich dabei schon lassen können. Auch die Nebencharaktere werden wirklich gut dargestellt und machen das Ganze zu einer wirklich durchdachten Geschichte, die mich wirklich überrascht hat, auch wenn es mehr Liebesgeschichte als Krimi war. (Letzteres sehe ich auch als Kritikpunkt. Dass eine Liebesgeschichte in die Handlung mit eingesponnen wurde, fand ich gut, aber die Umsetzung war doch eher ein spannender Romankitsch, als ein romantischer aktiongeladener Thriller. Auch der Klappentext ist da etwas irreführend. Erwartet habe ich eher menschliche Abgründe und eine Art zweite Selbstfindung der Protagonistin kennenzulernen, aber auch da hat dir Romanze mir zu sehr dominiert.)
Der zweite Teil des Romans hat mich persönlich dann leider etwas enttäuscht. Die Handlung schlief etwas ein, auch wenn nun eigentlich der spannende Teil folgen sollte. Ich hätte mir einige Kürzungen gewünscht, die das ganze abgerundet und die Spannung gesteigert hätten. Auch war mir die Handlung etwas zu nacherzählend dargestellt. Die Bewegung hat etwas gefehlt, nahm aber mit jeder Seite des zweiten Teils zu und wurde zum Ende hin sogar richtig gut. Der Höhepunkt hat mich dann doch wirklich von den Socken gehauen, mit so einem komplexen Komplott aus Lügen und Betrug hätte ich wirklich nicht gerechnet, damit hat mich die Autorin wirklich überrascht. ( Für mich war das letzte Drittel des Buches ebenfalls, dass Highlight in der ganzen Geschichte. Für eine unerwartete Wendung bin ich immer zu haben und diese war absolut nicht vorherzusagen. Ein Lob dafür. Ein weiterer positiver Punkt sind für mich die Beschreibungen der Schauplätze Dortmund und London. Die Autorin hat die Atmosphäre an beiden Orten gut eingefangen.) Damit nahm die Geschichte eine tolle Wendung und wurde auf den letzten Seiten doch noch zum Krimi.
Die Geschichte ist durch und durch sehr gut recherchiert, da muss man die Autorin wirklich loben, denn das hat sie toll gemacht. Und so musste auch ich mich am Ende fragen, kann so etwas wirklich passieren? Nein, oder vielleicht doch? Aber lest selbst!

Somit bekommt Valeska Reon von mir 3 ½ von 5 glitzernde Schneeflocken, da ihr Buch zwar eher ein Liebesroman als ein Krimi für mich war, sie mich aber mit ihrer gut durchdachten und wunderbar recherchierten Handlung überzeugt hat.

Von mir bekommt „Das falsche Spiegelbild“ 3 von 5 Rosen. Ein guter Freizeit-Schmöker für kalte Tage mit einer heißen Tasse Schokolade. Trotz anfänglicher Beschwerden macht das Ende doch die ersten Seiten wieder wett. Ein gelungener Roman für jeden, egal ob Krimi-Liebhaber oder Krimi-Skeptiker. 



Liebe Grüße, eure Schwestern Grimm

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