Donnerstag, 28. November 2013

Hinter Türen von Anja Ollmert

(Quelle: http://2.bp.blogspot.com/-eiEaTv1OSfM/Uc3fqkbViKI/AAAAAAAAP-Y/mhDdcl3OBUM/s500/Hinter%2BT%25C3%25BCren.jpg)


Anja Ollmerts „Hinter Türen“ ist eine Kurzgeschichtensammlung, die sich mit unheimlichen und gruseligen Geschichten beschäftigt. Meist wird jemand umgebracht oder verschwindet unter mysteriösen Umständen.
Ihr Buch enthält 22 Kurzgeschichten inklusive einer Bonusgeschichte.

1. Inselträume                                               13. Silvios Angst
2. Moona                                                       14. Rosemaries Flucht
3. Die schwarze Witwe                                   15. Paul trifft Flipper
4. Millers Ende                                               16. Titanic - eine Reise 3. Klasse
5. Der letzte Versuch                                      17. Ihre letzte Chance
6. All inclusive                                               18. Das Geschenk
7. Taxi                                                           19. Drachengold
8. Tod eines Engels                                         20. Ein viel zu warmer Wintertag
9. Melanie                                                      21. Ein Blattschluss
10. Schwierige Gesellschaft                            22. Grenzüberschreitungen
11. Zeit für Paul                                             
12. Eiskalt                                                      Bonusgeschichte: Musik des Lebens




Beim Lesen der ersten Geschichte wusste ich noch gar nicht wirklich, was auf mich zukommt und habe  - außer der Tatsache, dass es sich um Kurzgeschichten handelt – nichts über Anja Ollmert, ihren Schreibstil oder das Genre ihrer Geschichten gewusst. (Ging mir genau so! Kannte auch noch nichts von Anja Ollmert, hab zwar Aoife, ihren Fantasyroman auf dem Reader, bin aber einfach noch nicht dazu gekommen es zu lesen, das werde ich nun nachholen!)

Überraschenderweise haben mich ihre schaurigen Geschichten, mit einem Hauch Kriminalistik, fasziniert.  Man braucht schon gute zehn bis dreißig Seiten bis man sich an ihren sprunghaften und manchmal durcheinander erzählten Stil gewöhnt hat, aber dann entdeckt man die Rafinesse hinter den Aufmachungen. (Die erste Geschichte fand ich auch befremdlich, doch mit jeder Geschichte flogen die Seiten nur mehr und mehr dahin. Auch wenn ich den Ausgang der Geschichten meist schon vorhersehen konnte, faszinierte mich doch der Schreibstil und die meist seltsamen Ereignisse.)
Ihre Handlungen sind stets bilderreich, aber durch die oben genannte Sprunghaftigkeit fällt es einem schwer ihr zu folgen. Dennoch verströmt sie beim Erzählen eine dunkle und spannende Atmosphäre die mich angesprochen hat. Erinnert hat mich vor allem das wirklich unerwartete Ende, in manchen Geschichten, an den Erzählstil von R. L. Stine. Ein bekannter Horror-Autor, der für seine unerwarteten Wendungen und grausamen Schlussszenen berühmt ist. (Du hast recht! *__* Ich hab R.L.Stine geliebt.)

Überzeugend war für mich die Vielfältigkeit der Handlungen. Ollmert berichtet von einem gewaltätigen Ehemann, der seine Frau als Besitz sieht und sie Tag für Tag terrorisiert. Oder von einer Jugendlichen, die als siebenjährige ihre Eltern bei einem Autounfall verloren hat und seit dieser Vollmondnach unerträgliche Angst vor dem Mond hat. Ihr Name ist Moona. Ein anderes Beispiel aus ihrem Repertoire (Die schwarze Witwe) ist Bella. Eine Seit 29 Jahren verheiratet Frau, die von ihrem Mann als selbstverständlich hingenommen wird. Die Geburt einer Mörderin. „Eiskalt“ spiegelt widerrum den alleinerziehenden Vater wieder, der verfolgt von Droh-Emails und merkwürdigen Vorfällen, das verliert, was er am meisten auf der Welt liebt. (Einer der Punkte, der auch mich faszinierte. Jede Geschichte hatte ihre eigene Story zu erzählen, alle waren irgendwie einzigartig und mir wurde nicht langweilig. Ich wollte immer wissen was in der nächsten Geschichte noch kommt und ob sie genau so ist wie ihr Vorgänger oder doch wieder ganz anders. Dabei fand ich auch die länge der Geschichten ansprechend, so konnte man dazischen gut einmal eine kurze Pause machen und danach wieder einsteigen.)

So reichhaltig dieses Buch aber auch bestückt ist, so einseitig ihre Struktur. Einmal durchschaut läuft jede Geschichte nach dem gleichen Muster ab und spätestens, wenn man weiß dass gleich der Überraschungseffekt einsetzen wird, hat man die Leselust doch etwas verloren. (Da geb ich dir zwar recht, jede Geschichte verläuft nach einem ähnlichen Schema, doch fand ich, dass durch den Schreibstil jede Geschichte einzigartig war. Man wusste zwar immer, gleich wird etwas passieren, doch das empfand ich nicht als störend sondern eher als freudige Erwartung auf etwas.)

Fazit:
Hinter Türen erhält von mir 3,5 von 5 Rosen, für die Reichhaltigkeit an Identifikationsmöglichkeiten, den Gruseleffekt und die Erinnerung an einen der größten Horrorautoren unserer Zeit. Einen kleinen Abzug habe ich für die leichte Durchschaubarkeit der Geschichten und ihre Sprunghaftigkeit gegeben. Unterm Strich, ein angenehmes Buch für Zwischendurch. Mit Höhen und Tiefen behaftet ist diese Geschichtensammlung was für Gruselliebhaber und/oder Krimifans.

Das perfekte Buch für Zwischendurch! Mit seiner Leichtigkeit zieht es einen mit jeder Kurzgeschichte aufs neue in seinen Bann. Die länge der Kurzgeschichten und die Vielfalt der Themengebiete haben mich wirklich überzeugt, auch wenn manche Geschichten wirklich leicht zu durchschauen waren und von Anfang an klar war worauf es hinauslaufen würde. Daher gibt es von mir 4 von 5 Schneeflocken.


Sooooo und nun noch ein bisschen Werbung: Pünklich zum ersten Advent ist auch der Adventskalender von Anja Ollmert online! Schaut doch mal vorbei, lohnt sich bestimmt.
Er ist bereits fertiggestellt, aber öffnen lässt er sich selbstverständlich erst ab dem 1. Dezember. http://anjaollmert.jimdo.com/adventskalender/

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