Donnerstag, 14. November 2013

"Gegen das Sommerlicht" von Melissa Marr



Inhaltsangabe: 

Ich muss zugeben, ich habe das Buch vor geraumer Zeit gelesen und kann mich vielleicht nicht mehr an jedes Detail erinnern, aber im Großen und Ganzen ist die Geschichte noch recht präsent in meinem Kopf. Vor allem, weil ich Marr’s Schreibstil vergöttere und die Charaktere – vor allem die Hauptpersonen Ash und Seth – geliebt habe. 

So jetzt aber erst mal was zum Inhalt. 
Ash ist kein normales Mädchen, was für eine Überraschung. Aber langweilig, verängstigt oder feige ist sie auch nicht. Denn seit sie denken kann, hat sie eine Gabe, die schon seit Generationen in ihrer Familie weitervererbt wird. Sie kann Elfen sehen. Kleine bösartige Wesen, die anderen mit großer Freude jeglichen Schaden zufügen. Sei es durch Zwicken, Leute zum Stolpern zu bringen oder seltsame Dinge um sie herum geschehen zu lassen.  
Allerdings ist der Umgang mit diesen Biestern gar nicht so einfach. Natürlich gibt es Regeln, an die sich Ash bedingungslos halten muss, denn niemand außer ihr ist in der Lage Elfen zu sehen. Beispielsweise darf sie den Zauberwesen nicht zeigen, dass sie sie sehen kann und sie darf natürlich nicht mit ihnen sprechen.
Das gestaltet sich jedoch schwierig, als zwei von ihnen menschliche Gestalt annehmen und der männliche, sehr gutaussehende, Part des Duos, sie auch noch anspricht. Er bittet sie um ein Date, was sie in regelrechte Panik versetzt und promt flieht sie zu ihrem besten Freund Seth. Der lebt in einem ehemaligen Zugwaggon auf dem Bahnhof. Klar, dass ihr Weg sie ausgerechnet dorthin führt, denn heimlich ist sie in den gepiercten Außenseiter verliebt. Leider ist der aber eher einer von der unbeständigen Sorte und benutzt Mädchen wie Einweghandschuhe. 
Doch als der Sommerkönig immer hartnäckiger in seinem Werben, um seine zukünftige Frau, wird, steht ausgerechnet Seth unerschütterlich an ihrer Seite.


Ich liebe dieses Buch. Und zwar weil es eine KEINE übliche 0815 Dreiecksbeziehung ist, sondern eine klug durchdachte Fantasygeschichte mit romantischen, düsteren und spannungsgeladenen Momenten. (Durchdacht? Ernsthaft? :D Eher Tod gedacht.... Ich muss sagen, ich bin nicht so der Fan von "Gegen das Sommerlicht". Nach dem Klappentext, dachte ich auch so, WOW, endlich mal Elfen, toll. Doch dann fing ich an zu lesen und das schöne Cover konnte da auch nicht mehr viel retten. Dabei war der Schreibstil noch nicht mal schlecht, sondern sogar gut, jedoch hilft ein guter Schreibstil auch nicht gegen eine langweilige Handlung.) Melissa Marr hat mich nicht nur durch ihre flexible und sich ständig entwickelte Handlung um den Finger gewickelt, sondern vor allem durch die mitreißende Atmosphäre die sie in diesem Buch  - und wie ich festgestellt habe auch in den kommenden Bänden der Reihe – aufbaut und kontinuierlich beibehält. (Für mich war die Handlung sowohl vorhersehbar, als auch wiederholend. Alles drehte sich im Kreis.Wurde immer und immer wieder geschildert, bis ins allerkleinste Detail, ich komme mit sowas gar nicht klar, ich brauche Raum für meine Vorstellungskraft.Jedoch fand ich es gut, dass die Autorin einen Perspektivwechsel eingebaut hat. So bekommt man immer alles aus zwei Sichten mit und kann sich eigentlich besser in die Handlung einfühlen.)
Ash’s Charakter ist klar gezeichnet mit vielen Ecken und Kanten, aber vor allem einer Authentizität die vielen Heldinnen fehlt. Sie kämpft für die, die sie liebt und kämpft für das, an das sie glaubt. Sie ist keine Märtyrerin, die alles in ihrem Leben für das übergeordnete Wohl opfert. Sie sieht die Tatsachen wie sie sind. Schlägt die Schlachten, die sie gewinnen kann und akzeptiert das Unveränderbare. (Mit den Charakteren wurde ich nicht wirklich warm. Für mich blieben sie immer in weiter Entferung und kaum greifbar. Als wäre ich nur ein Zuschauer und nicht mitten im Geschehen. Außer Seth, er war der einzig wirklich interesannte Aspekt des Buches für mich, und daher viel zu wenig beschrieben. Mysteriös und liebeswert zugleich. Einfach toll über ihn zu lesen. Heißer Feger der Kleine, um den können wir gern mal Schere, Stein, Papier spielen Rose :D)
Aber auch in den Nebencharakteren steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermutet. Somit ist niemand nur böse oder nur gut. Jeder hat zwei Seiten und je nachdem gibt der Elf oder der Mensch der einen oder der anderen nach. 
Ein grund-grandioser Ansatz!
(Alles in allem eine grandiose Idee, die leider schlecht umgesetzt wurde. Mir fehlt es vor allem an Spannung und an Raum für seine eigenen Fantasie.)

Fazit: 

Verdiente 5 von 5 Rosen für Frau Melissa Marr. Ein Goldstück für das Urban-Fantasy Genre.

Leider nur 2 von 3 Schneeflocken für "Gegen das Sommerlicht", aber vielleicht wird der zweite Band ja besser. Bekanntlich soll man kein Buch nach seinem Vorgänger bewerten. 
-> Den kann ich dir ausleihen Schnee und du wirst ihn furchtbar finden. ;)

Melissa Marr


Schneeweißchen und Rosenrot

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